Was Sie von einem Ärztenetz erwarten können
Mehr als die Hälfte aller Hausärzte gehören heute einem Ärztenetz an. Ärztenetze dienen in erster Linie dem fachlichen Austausch unter den Mitgliedern. Dieser erfolgt in sogenannten Qualitätszirkeln. Dort diskutieren die Ärzte und Ärztinnen komplexe Patientengeschichten, neuste wissenschaftliche Erkenntnisse oder die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Bereichen, zum Beispiel Spitälern. Als Patient eines Netzarztes profitieren Sie folglich vom Wissen und den Erfahrungen einer ganzen Gruppe.
Die Ärzte eines Netzes verpflichten sich dazu, die Patienten bedürfnisgerecht und massvoll zu betreuen. Das kann bedeuten:
- Sie bevorzugen eine gesprächsorientierte Medizin und setzen Apparaturen nur dann ein, wenn es wirklich angezeigt ist.
- Sie respektieren das Selbstbestimmungsrecht der Patienten und verzichten darauf, Ihnen fragwürdige und unnötige Therapien zu empfehlen.
- Sie geben wenn immer möglich Nachahmerpräparate (Generika) statt Originalmedikamente ab.
- Sie empfehlen Patienten, an Betreuungsprogrammen für ausgewählte Krankheiten teilzunehmen (Diabetes, Asthma, Herzschwäche etc.).
- Sie überweisen die Patienten an Spezialisten und Kliniken, welche die Ärzte gemeinsam ausgewählt haben. Das gleiche gilt für weitere Fachpersonen wie Physio- und Psychotherapeutinnen oder Ernährungsberaterinnen.
Ärztenetze schliessen ausserdem Verträge mit Krankenversicherern ab. Darin wird zum Beispiel geregelt:
- Massnahmen, um die Qualität der Betreuung zu erhöhen
- Massnahmen, um die Patienten optimal von einem Behandlungsort zum anderen zu steuern
- Massnahmen, um die laufenden Kosten überprüfen zu können
Einige Netze bieten ausserdem Zusatzleistungen für die Versicherten und Patienten an wie Gesundheitsdossiers oder Vergünstigungen bei Fitnesskursen und -produkten.
Was ist ein Hausarzt?
Hausarzt oder Hausärztin ist keine offizielle Bezeichnung. Hausärzte haben in aller Regel eine Fachausbildung in Innerer Medizin oder Allgemeinmedizin. Da sie das breiteste Wissen haben, sind sie besonders geeignet für die Erstberatung. Bei Kindern ist dies häufig der Kinderarzt (Pädiater), bei Frauen die Frauenärztin (Gynäkologin).
Was Sie von einem Gesundheitszentrum erwarten können
Gesundheitszentren, oft auch HMO genannt (die Kurzform für Health Maintenance Organization), sind Praxen mit einem breiteren Angebot als üblich. Neben Hausärzten stehen häufig auch Spezialisten zur Verfügung sowie weitere Fachpersonen wie Physio- und Psychotherapeutinnen oder Ernährungsberaterinnen. Solche Zentren sind eher in städtischen Gebieten zu finden. Viele bieten zudem erweiterte Serviceleistungen an wie längere Öffnungszeiten oder kurzfristige Konsultationen.
Gleich wie in Ärztenetzen sollen die Patienten bedürfnisgerecht und massvoll betreut werden. Und gleich wie in Ärztenetzen bestehen Verträge mit den Krankenversicherern, in denen Massnahmen zur Qualitätsförderung und zur gezielten Steuerung der Patienten geregelt sind.
