Berufskulturen
In Gesundheitsorganisationen und speziell in Spitälern sind berufsgruppenspezifischen, professionellen Orientierungen wichtiger als national-kulturelle oder gesundheitssystembezogene Faktoren. Folgende Unterschiede bzw. dominante Orientierungen sind in wissenschaftlichen Studien erhoben worden (vgl. Degeling P et al.):
- Manager orientieren sich stark an systematischen Konzeptionen der klinischen Arbeit, finanziellem Realismus und transparenter Verantwortlichkeit.
- Medizinische Manager tendieren zu individualistischen Konzeptionen der klinischen Arbeit und unterstützen finanziellen Realismus und transparente Verantwortlichkeit.
- Leitende Pflegende (englisch „Nurse Managers“) orientieren sich an systematischen Konzeptionen und sind ambivalent gegenüber klinischem Purismus und vager Verantwortlichkeit.
- Pflegende orientieren sich an systematischen Konzeptionen und unterstützen klinische Purismus und geringe Transparenz.
- Ärzte orientieren sich an individualistischen Konzeptionen der klinischen Arbeit, d.h. beanspruchen professionelle Autonomie und sind unbestimmt bezüglich finanziellem Realismus und transparenter Verantwortlichkeit.
Das Verständnis dieser berufsgruppenspezifischen Orientierungen ist eine Voraussetzung für Optimierungsinitiativen in Gesundheitsorganisationen, da nur damit eine Balancierung von klinischer Autonomie und transparenter Verantwortlichkeit gelingen kann.
Weiterführende Literatur
| Autor | Buchtitel | Verlag |
|---|---|---|
| Degeling P, Maxwell S, Kennedy J, Coyle B. | Medicine, management, and modernisation: a “danse macabre”? | BMJ 2003; 326: 694 |
