Kooperationsformen

Mit der Begrifflichkeit „Kooperation“ oder Zusammenarbeit werden innerhalb und zwischen den verschiedenen Akteurgruppen sehr unterschiedliche Vorstellungen und Wertungen verbunden. Im Gesundheitssystem und insbesondere in Patientenprozessen entspricht Kooperation grundsätzlich dem Aufbereiten und Verteilen von Informationen und Wissen. Drei Dimensionen können dabei unterschieden werden:

  • Bei der Koordination, der ersten Dimension der Zusammenarbeit, handelt es sich um reines Informationsmanagement: Daten und Fakten sind an den oder die richtigen Empfänger zu übermitteln. Die Beteiligung der handelnden Personen ist unproblematisch.
  • Bei der Kooperation im engeren Sinne geht es um „Wissen“: Der Hausarzt tauscht mit einem Spezialisten Wissen über einen Patienten aus – gemeinsam wird über die Behandlung entschieden. Kooperation ist anspruchsvoller, involvierender, aufwendiger und fehleranfälliger (als Koordination).
  • Die dritte Dimension beinhaltet die Kokreation: Die beteiligten Personen entwickeln in gemeinsamer Aktivität spezifisches oder neues Wissen zu einer Proglemstellung oder zu einem Patienten. Bei der Kokreation geht es um Lernen und Wissensmanagement. Diese dritte Dimension ist die anspruchvollste, involvierendste und aufwendigste.

Weiterführende Literatur

Autor Buchtitel Verlag
Berchtold P, Schmitz C. Kooperieren in Patientenprozessen. Managed Care 2002; 4/5: 8