Normative Ethik
Normative bzw. präskriptive Ethik heißt derjenige Zweig der Ethik, der diskutiert, welche Kriterien und Normen die richtigen sind und versucht diese zu begründen und zu systematisieren. Meist vollzieht sich die Begründung so, dass alle moralischen Urteile auf ein oder mehrere fundamentale Prinzipien zurückgeführt werden. Die Prinzipien selbst werden durch den Hinweis auf ihren evidenten Charakter oder durch Hinweis auf ihre Fähigkeit, alle relevanten Züge der moralischen Urteile zu umfassen, gerechtfertigt. Ziel der normativen Ethik ist also sowohl die kritische Auseinandersetzung mit Normen und Kriterien, als auch die Begründung von Normen oder ethischen Urteilen.
Von den Normen können keine konkreten Handlungsanweisungen abgeleitet werden; die Normen haben vielmehr die Funktion, die tatsächlich gegebenen oder möglichen Verhaltensalternativen zu beurteilen und eine begründete Entscheidung für eine dieser Alternativen zu ermöglichen.
Die zentrale Frage der Ethik (Was soll ich tun?) setzt drei Annahmen voraus, durch deren Ablehnung der Sinn von Ethik verloren ginge:
- Das menschliche Handeln ist zumindest der Möglichkeit nach frei (Freiheitsprämisse).
- Das menschliche Handeln bedarf gerade auf Grund dieser Freiheit der Orientierung an grundsätzlich gleichartigen Normen und Zielen (Gleichartigkeitsprämisse).
- Die Menschen sind fähig, Normen, Ziele und deren Rangordnung zu finden und einsichtig zu begründen (erkentnistheoretische Prämisse)
Weiterführende Literatur
| Autor | Buchtitel | Verlag |
|---|---|---|
| Höffe, Otfried. | Lexikon der Ethik. | München: Beck, 2002 |
| Anzenbacher, Arno. | Einführung in die Ethik. | Düsseldorf: Patmos Verlag, 2001. |
| Kutschera, Franz von. | Grundlagen der Ethik. | Berlin: de Gruyter, 1999., ISBN 311016289X |
| Haag Karl Friedrich: | Nachdenklich Handeln, | Göttingen 1996 ISBN 3525776047 |
