Gesundheitsökonomische Evaluation
Gesundheitsökonomische Evaluation befasst sich originär also nicht mit der Frage, ob eine Intervention überhaupt wirkt, sondern wie sich Kosten und Konsequenzen zu vergleichender Alternativen verhalten und ist besonders dann nützlich, wenn ihr drei andere Arten von Evaluationen vorausgegangen sind:
- Evaluation der Wirksamkeit unter Idealbedingungen (efficacy)
- Evaluation der Wirksamkeit unter Realbedingungen (effectiveness)
- Evaluation der Verfügbarkeit (availability).
Bei den gesundheitsökonomischen Studien werden folgende Typen unterschieden:
- Kosten-Effektivitäts-Analyse (Cost-effectiveness analysis, CEA)
- Kosten-Nutzwert-Analyse (Cost-utility analysis, CUA
- Kosten-Nutzen-Analyse (Cost-benefit analysis, CBA
- Kosten-Minimierungs-Analyse (Cost minimization analysis, CMA)
Studien, die lediglich die Kosten zweier Interventionen gegenüberstellen, sind als Kosten-Analysen oder Kosten-Vergleiche zu bezeichnen. Sie sind zur Entscheidungsfindung nicht geeignet, weil sie die gesundheitsbezogenen Konsequenzen der Alternativen nicht berücksichtigen.
Kosten-Effektivitäts-Analyse (Cost-effectiveness analysis, CEA)
Bei der CEA werden die Differenz der Kosten und die Differenz in der Erreichung eines vordefinierten Outcome-Patrameters (z.B. BD-Senkung in mmHg) in ein Verhältnis zueinander gesetzt. Das Resultat der Analyse (CE-Ratio) gibt die Kosten pro zusätzliche Zielerreichung (z.B Kosten für pro mmHg zusätzliche BD-Senkung), d.h. zu welchen Kosten sich welche Ergebnisse realisieren lassen.
Kosten-Nutzwert-Analyse (Cost-utility analysis, CUA
Bei einer Kosten-Nutzwert-Analyse wird neben dem Parameter Zeit, die in einem bestimmten Gesundheitszustand verbracht wird, ein mit diesem Gesundheitszustand für die Patienten verbundener Nutzwert (utility) ermittelt.Die für einen Gesundheitszustand ermittelten Indexwerte liegen auf einer Skala von 0 (Tod) bis 1 (perfekte Gesundheit) und werden mit der Zeitspanne, die in diesem Zustand verbracht wird, multipliziert. Der ermittelte Wert repräsentiert ein um die Lebensqualität bereinigtes Lebensjahr (quality adjusted life year, QALY). Bei der Analyse werden Kosten pro QALY verschiedener Alternativen miteinander verglichen. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Lebensqualität mitberücksichtigt wird.
Kosten-Nutzen-Analyse (Cost-benefit analysis, CBA
Bei dieser Form der Analyse werden die relevanten Konsequenzen nicht wie bei der CEA in natürlichen Einheiten (z. B. Blutdruck) oder in einem einzelnen, aggregierten Nutzwert (z. B. QALY) erfasst, sondern die Bewertung der Konsequenzen einer gesundheitsbezogenen Maßnahme erfolgt entweder als ein Investment in menschliches Kapital (z.B. Höhe des entgangenen Einkommens durch Krankheit oder Behinderung) oder auf der Basis individueller Bewertungen (Zahlungsbereitschafts- bzw. Akzeptanzbereitschafts-Ansatz). Da die Bewertung von in Geldeinheiten vorgenommen wird, ist die Berechnung eines „Nettonutzens“ einer Massnahme möglich.
Kosten-Minimierungs-Analyse (Cost minimizing analysis, CMA)
Grundlage dieser Analyse ist die Festsetzung von gemeinsamen Ergebnisparametern der zu vergleichenden Alternativen, und der Nachweis, dass diese Ergebnisse von allen Alternativen erreicht werden. Die gesundheitsökonomische Analyse besteht in der Identifizierung der kostengünstigsten Alternative.
Weiterführende Literatur
| Autor | Buchtitel | Verlag |
|---|---|---|
| Folland S. Goodman AC, Stano M. | The economics of health and health care, 2nd Edition | Prentice HAll |
