Disease Staging
Die Entwicklung des Disease staging-Systems begann Ende der 70iger Jahre - in der gleichen Zeit wie die DRG (Diagnosis Related Groups). Anders als bei den DRGs geht das Disease staging -Konzept aber von einem rein ärztlichen Expertenansatz aus und nicht von statistischen Überlegungen.
Das Disease staging-System beschreibt Krankheiten (diseases). Jede Krankheit kann verschiedene Stadien (stages) durchlaufen. In Anlehnung an das bereits aus der Onkologie bekannte Stadienkonzept wurden von Ärzten bis heute Stadien für 372 Krankheitsbilder definiert. Ergänzend sind 224 Kategorien für nicht-spezifisch definierte Krankheiten vorhanden (z.B. für "sonstige bösartige Neubildungen des Kreislaufsystems", "sonstige Herzkrankheiten", "nicht näher bezeichnete Herzkrankheiten", usw.).
Die Disease Stages sind dreidimensional eingeordnet nach:
- 26 Körpersystemen
- 4 Stadien
- 13 Ätiologietypen
Das Stadium der Krankheit wird abgeleitet aus der Gesamtheit der Diagnosen, die für einen Patienten angegeben worden sind. Es orientiert sich am Sterberisiko bzw. am Risiko, aufgrund der Krankheit behindert zu werden. Eine beabsichtigte Behandlung wird dabei nicht berücksichtigt. (Damit lässt sich klar trennen zwischen Patientenmerkmalen und Behandlungsmerkmalen!)
Disease staging ist ein Klassifikationssystem zur Beschreibung der klinischen Schwere der Krankenhauspatienten, das dazu geeignet ist, homogene Patientengruppen nach ihrem Krankheitsgrad zu bestimmen, bei denen also ähnliche Prognosen oder ähnlicher Behandlungsbedarf besteht und folglich analoge Behandlungsprofile und sich überschneidende Behandlungsergebnisse vorliegen. Stadium 1 bezeichnet Probleme von minimaler Schwere, die auf den Ursprungsherd der Krankheit beschränkt sind; Stadium 2 meint lokal oder lokal-regional verbreitete Umstände mit höherem Komplikationsrisiko als Stadium 1; Stadium 3 schließlich beinhaltet Fälle, bei denen mehrere Organe betroffen sind oder Systemkomplikationen bei besonders schwerwiegender Diagnose vorliegen.
Die Stadien sind:
- Stadium 1: Keine Komplikationen oder nur Probleme mit minimaler Schwere.
- Stadium 2: Problem beschränkt auf ein Organ oder Körpersystem; signifikant erhöhtes Komplikationsrisiko.
- Stadium 3: Verschiedene Organe/Systeme sind betroffen; generalisiert; schlechte Prognose.
- Stadium 4: Tod (während des Spitalaufenthaltes).
Weiterführende Literatur
| Autor | Buchtitel | Verlag |
|---|---|---|
| Gonnella JS. Louis DZ, Gozum MV, Callahan, CA, Barnes, CA (Ed) | Disease Staging: Clinical Criteria (Fifth edition) | Thomson-Medstat. Ann Arbor, MI, 2003 |
