Disease Management

Disease Management-Prozesse verknüpfen für eine bestimmte Erkrankung sämtliche diagnostischen und therapeutischen Massnahmen von der Prävention über die Diagnose, die Behandlung und die Nachbetreuung zu einem kohärenten Prozess und bauen dabei wo immer möglich auf wissenschaftlicher Evidenz (EBM, Guidelines). Disease Management-Programme beinhalten demzufolge Behandlungs- und Betreuungsleitlinien, Zu- und Überweisungsprotokolle, strukturierten (IT-basierten) Informationsaustausch sowie spezifische Weiterbildungs- und Feedback-Massnahmen. Disease Management-Prozesse eignen sich vor allem für chronische Krankheiten mit grosser Inzidenz, hohen Kosten, ausgeprägter Variabilität der medizinischen Massnahmen sowie mit weitreichender Zersplitterung der Behandlung in viele organisatorisch getrennte Versorgungseinheiten. Typische Beispiele sind Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit, Hirnschlag, Asthma bronchiale, arterielle Hypertonie und verschiedene Tumorleiden. Im Gegensatz zum Case Management bezieht sich Disease Management immer auf definierte Krankheiten oder Krankheitsgruppen. Eine besondere Bedeutung von Disease Management ist, dass solche strukturierte Prozesse auch für Versicherte und Patienten vermehrte Transparenz schaffen. Diese Transparenz gestattet es Patienten, ganze Leistungspakete mit definierten Inhalten, Qualitätsrahmen und Resultatindikatoren zu beurteilen, welche für medizinische Laien verständlicher sind als eine Auflistung derselben Einzelleistungen.

Weiterführende Literatur

Autor Buchtitel Verlag
Hunter DJ. Fairfield G. Disease Management. Brit Med J: 1997; 315: 50-53
Ellrodt G. Cook DJ. Lee J. Cho M. Hunt D. Weingarten S. Evidence-based Disease Management. JAMA: 1997; 278: 1687-1692
Berchtold P. Greulich A. Löffel N. Disease Management. Führen und Wirtschaften im Krankenhaus. 1999, 5: 452-456