Gatekeeping
Als Gatekeeping wird ein Steuerungsinstrument bezeichnet, in welchem ein Leistungserbringer bei Gesundheitsstörungen prinzipiell als erste Anlaufstelle für die Versicherten auftritt. Die Funktion des Gatekeepers übernimmt in der Regel ein Grundversorger (Arzt oder Pflegende), der damit die Übersicht über sämtliche medizinischen und paramedizinischen Verrichtungen an seinen Patienten behält und dadurch befähigt wird, diese durch die gesamte Versorgungskette zu führen. Damit sollen Transparenz über die erbrachten Leistungen und eine Koordination der einzelnen Versorgungsschritte optimiert werden. Vom Gatekeeping-Prinzip wird denn auch eine höhere Versorgungsqualität durch konsequentere Patientenführung wie eine höhere Wirtschaftlichkeit durch Vermeidung unnötiger Untersuchungen und Weiterweisungen erwartet. Gatekeeping wird in unterschiedlicher Ausprägung eingesetzt, wobei Notfallsituation und teilweise auch Gynäkologie und/oder Pädiatrie ausgenommen sind. In liberalen Gatekeeping-Modellen kann der Patient von Fall zu Fall eine Ärztegruppe wählen, was im weiteren Sinn einer PPO (Preferred Provider Organization) entspricht. Die griffigste Form des Gatekeeping wird in den USA praktiziert, indem hier die Steuerung seitens der Grundversorger häufig auch die stationäre Versorgung (und damit ein stationäres Case Management bzw. Disease Management) einschliesst. Teils werden auch so genannte Care Manager der Versicherer oder der Managed Care Organisationen (MCO) eingesetzt, die über Weiterweisungen und über teurere diagnostische oder therapeutische Schritte entscheiden.
