Lebensqualität

In der Medizin ist der Begriff "Lebensqualität" seit den Siebzigerjahren in Verwendung, als in manchen medizinischen Fächern, ganz besonders in der Onkologie, Behandlungsfortschritte im Sinne von Heilungs- bzw. Remissionsraten stagnierten und die Gefahr bestand, daß der therapeutische Schaden den potentiellen Nutzen übersteigt.

Wichtig dabei ist die Unterscheidung der Lebensqualität durch Fremdbeurteilung und durch Selbsteinschätzung. Es werden vor allem vier Dimensionen erfaßt: der Leistungsbereich oder Funktionsstatus (performance), das psychische Befinden, die Fähigkeit zu sozialen Beziehungen und allgemeine und spezifische körperliche Verfassung. Zur Erfassung der Lebensqualität wurden zahlreiche Meßverfahren entwickelt, zuden gebräuchlichsten dieser Instrumente zählen der kanadische Health Utilities Index (HUI), die Qualityof- Well-Being-Skala (QWB), das Short Form 6D (SF-6D) und der europäische EuroQoL- oder EQ-5D-Index. Diese Instrumente unterscheiden sich untereinander erheblich bezüglich ihrer theoretischen Fundierung wie auch der berücksichtigten Dimensionen von Gesundheit.

Lebensqualität sollte immer dann gemessen werden, wenn ihre Bewertung Informationen liefern kann, die therapeutische Konsequenzen nach sich ziehen, z.B. bei Erkrankungen aus dem funktionellen Formenkreis oder bei chronischen Verläufen, wenn Lebensqualität also die alleinige oder überwiegende Indikation zur Therapie darstellt.