Qualitätsindikatoren

Qualitätsindikatoren (Klinische Messgrößen) messen Eigenschaften der medizinischen Versorgung, die im Rahmen des Qualitätsmanagements bewertet werden sollen.Anhand der Qualitätsindikatoren wird die aktuelle Versorgungsqualität („Ist-Werte“) quantifiziert und darauf aufbauend deren Übereinstimmung mit vorab festgelegten Sollwerten überprüft. Qualitätsindikatoren müssen eindeutig definierte, quantifizierbare Messgrößen sein, die typischerweise mit einem Zähler und Nenner versehen sind und jeweils Teilaspekte der medizinischen Versorgungsqualität messen. Zur Verdeutlichung sei beispielhaft ein allgemeiner, für alle operativen Fächer gültiger Qualitätsindikator genannt: „Anteil Fälle mit postoperativen Komplikationen unter allen operierten Fällen“ – wobei als postoperative Komplikationen nur solche definiert werden, die eine ungeplante Intervention notwendig werden ließen und/oder zu einer Verweildauerverlängerung führten.

Typischerweise werden mit Qualitätsindikatoren Strukturen der Versorgung, Versorgungsprozesse und Versorgungsergebnisse beurteilt. Von zunehmender Wichtigkeit ist dabei auch die Beurteilung der Indikationsqualität. Anhand der Ausprägung von Qualitätsindikatoren und einem Vergleich mit Referenzbereichen für gute Qualität kann beurteilt werden, ob die Versorgungsqualität die Güte besitzt, die von ihr erwartet wird. Insbesondere wird bewertet, a) wie sich die an den Patienten ablesbaren Versorgungsergebnisse gestalten (Evaluationsfunktion) und b), ob die Versorgung so stattfindet, wie es auf der Basis des allgemeinen Standes der wissenschaftlichen Erkenntnisse erwartet wird (Monitoringfunktion).

Weiterführende Literatur

Autor Buchtitel Verlag
Christen P, Metzger K, Arbeitsgruppe Qualität, med-swiss.net Förderung und Bewertung der Qualität in Ärztenetzwerken mit dem Indikatorenset Quali-med-net® Schweizerische Ärztezeitung 2006;87:51/52
Wengle HP. Grundlagen des Qualitätsmanagemnts im Spital pmi Verlag, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-89119 415-3