Capitation (Kopfpauschale)

Die Kopfpauschale im Managed Care Kontext ist nicht zu verwechseln mit der Bezeichung für die Versicherungsprämien in der Schweiz, die - unabhängig von Faktoren wie Einkommen oder Vermögen - pro Person (pro Kopf) von den Versicherten an die Versicherer gezahlt werden.

Capitation bzw. Kopfpauschale in Managed Care bezeichet eine im Voraus bestimmte Jahrespauschale für die medizinische Versorung pro Versicherten, die anhand verschiedender Kriterien wie Alter, Geschlecht, Morbidität, Vorjahreshospitalisation, Teuerung usw. errechnet wird und von den Versicherern an eine Managed Care Organisation ausbezahlt wird, unabhängig davon, ob ein Versicherter Leistungen beansprucht hat oder nicht. Im Rahmen eines Budgetmitverantwortungsvertrages stellt die Kopfpauschale die Grundlage für das Budget der Managed Care Organisation im Sinne einer Hintergrundsrechnung dar. Bei der Budgetmitverantwortung werden die mittels des Einzelleistungstarifes errechneten Kosten mit dem Budget, dass der Summe der Kopfpauschalen der Versicherten entspricht, verglichen. Die einzelnen Ärztinnen und Ärzte können dabei nach wie vor mit dem Einzelleistungstarif entschädigt werden. Der entscheidende Vorteil dieser Vertragsart besteht darin, dass sich weder Anreize für die Mengenausweitung, noch für die Unterversorgung einstellen.

Weiterführende Literatur

Autor Buchtitel Verlag
Berchtold P. Cuénoud P. de Haller J. Kappeler O. Managed Care – Kontrahierungszwang. Schweiz. Ärztezeitung: 2006;87(36):1540
Dreiding P. Fritschi J. Warum Begriffe aus der Ökonomie uns Ärztinnen und Ärzte nicht erschrecken müssen! Schweiz Ärztezeitung: 2006;87(29/30):1315-9.