Einzelleitungsvergütung

Bei der Einzelleistungsvergütung stellt der Arzt dem Versicherten jede einzelne von ihm erbrachte Leistung in Rechnung. Im Englischen existiert dafür der Begriff Fee-For-Service (FFS). In der Schweiz und in Deutschland wird diese Vergütungsform im ambulanten Bereich und stationär in Zusatzverichertenbericht angewendet, während im stationären Bereich der Grundversicherung die Vergütung nach Pauschalen erfolgt. In den USA wird, je nach Vertrag zwischen Versicherer und Leistungserbringer, im ambulanten und im stationären Bereich nach Einzelleistungen abgerechnet. Die einzelnen Leistungen im ärztlichen Bereich wie Anamnese, Untersuchungen (klinische, apparativ-technische), therapeutische Leistungen wie Spritzen, Operationen und so weiter werden nach einem Katalog (z. B. Tarmed, SLK) mit einem Wert (Anzahl Tarifpunkte) versehen. Die Vergütung für einen Behandlungsfall ergibt sich aus der Summe aller Einzelleistungen indem die Tarifpunkte einer Leistung mit dem Tarifpunktwert (TPW) multipliziert werden. Der TPW wird in Tarifverhandlungen zwischen den Versicherern und den Leistungserbringern ausgehandelt. Sofern der Einzelleistungsvergütung feste Tarifpunktwerte zugeordnet werden, tragen die Krankenkassen das Mengen- und Morbiditätsrisiko.

Der finanzielle Anreiz der Einzelleistungsentschädigung begünstigt die Mengenausweitung. Mit Kostenneutralitäts- oder Kostenstabilisierungsvereinbarungen versuchen die Versicherer diesem Effekt entgegenzusteuern.