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Tagungsprogramm 2010

PROGRAMM VORMITTAG

8.30

Begrüssungskaffee

9.15

Begrüssung

  • Peter Berchtold; Präsident Forum Managed Care
  • Ellinor von Kauffungen; Moderation

9.25

Motivation für Integrierte Versorgung: Das wollen die Profis

  • Dr. med. Kurt Kaspar; Verwaltungsratspräsident argomed Ärzte AG, Baden

9.50

Was erwarten die Krankenversicherer von der Integrierten Versorgung?

  • Nikolai Dittli; CEO CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG, Luzern

10.15

Pay for Performance (P4P): Der Business Case für Qualität in der Integrierten Versorgung?

  • Prof. Dr. oec. Volker Amelung; Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung Medizinische Hochschule Hannover

10.40

Diskussion, eVoting-Umfrage zu aktuellen Fragen der Integrierten Versorgung

11.10 PAUSE

11.35

Die richtigen Anreize für eine erfolgreiche Integrierte Versorgung in der Zukunft

  • Frau Prof. Dr. Katharina Janus; Universität Ulm und Columbia University New York

  • Präsentation nicht freigegeben

12.00

Integrierte Versorgung: Qualität und Effizienz im Dienste der Menschen

  • Bundesrat Didier Burkhalter; Vorsteher Eidgenössisches Departement des Innern

12.20

Diskussion

    12.30 MITTAGESSEN

    NACHMITTAGSPROGRAMM: PARALLELSESSIONS - 1. TEIL

    INTERAKTIVE WORKSHOPS

    14.00 - 14.30
    Management von Versichertenkollektiven
    14.00 - 14.30

    W11 EFFIZIENTES CARE UND DISEASE MANAGEMENT BEI VERSICHERTENKOLLEKTIVEN

    • Karl MetzgerBlueCare, Winterthur
    • Jürg VontobelCONCORDIA Schweizerische Kranken und Unfallversicherungs AG (Luzern)
    • Hansueli SchläpferSäntimed (Herisau)
    • Ralf Pourie4Sigma (D-Oberhaching)

    Bei den Versicherern beginnt ein Umdenken: Von der Risikoselektion an der Front verlagert sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die eigene Versichertenbasis. Wie können Kollektive von Versicherten mit ähnlichen Eigenschaften und ähnlicher Kostenstruktur identifiziert und mit geeigneten Programmen und Anreizen besser gemanaged werden? Dabei sollen zwei Ziele in Einklang gebracht werden: Durch die Gestaltung von kundenspezifischen Behandlungsprogrammen sollen zugleich die Qualität und die Kosteneffizienz der medizinischen Behandlung verbessert werden.Dies bedingt ein gutes Zusammenwirken des Versicherers und aller am Behandlungsprozess beteiligten Akteure wie Betreuungsarzt/Hausarzt, Facharzt, Spitalarzt, Paramedizinisches Personal etc. Der in den heutigen Managed Care-Modellen für den Patienten bereits anerkannte Betreuungsarzt (i.d.R. der Hausarzt), übernimmt dabei eine zentrale Rolle, indem er ein optimales Management der Beziehungen im Behandlungsteam sicherstellt.In diesem Workshop wird anhand von Beispielen aus der Praxis der Frage nachgegangen, wie bei Versichertenkollektiven mit bestimmten Indikationen ein sinnvolles Care und Disease Management gestartet werden kann und was es zu leisten im Stande ist. Aus der Perspektive eines DM-erfahrenen Arztes aus Deutschland, einer Krankenversicherung die Care & Disease Management-Programme unterstützt sowie eines Ärztenetzes aus der Schweiz, werden die entsprechenden Erfahrungen ausgetauscht.

    14.00 - 14.30
    Verbundlösungen für die Pflege
    14.00 - 14.30

    W21 ERHEBUNG VON VERBUNDLÖSUNGEN FÜR DIE PFLEGE UND BETREUUNG IM ALTERSBEREICH: ERFOLGSMODELLE VON INTEGRIERTER VERSORGUNG?

    • Daniel ImhofWinterthurer Institut für Gesundheitsökonomie (Winterthur)
    • Sylvia De BoniWinterthurer Institut für Gesundheitsökonomie (Winterthur)
    • Holger AuerbachWinterthurer Institut für Gesundheitsökonomie (Winterthur)

    In der Schweiz sind in den letzten Jahren die verschiedensten Ver-bundlösungen bzw. integrierten Versorgungsmodelle für die Pflege und Betreuung im Altersbereich entstanden. Einen Überblick über die verschiedenen Angebote, die konkreten Inhalte und die Arten der Zusammenarbeit zu haben, ist jedoch schwierig. Um das Wissen über Verbundlösungen zu erweitern, haben die Age Stiftung und Curaviva Schweiz in Kooperation mit dem Spitex Verband Schweiz eine Studie in Auftrag gegeben, welche derzeit vom Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie der ZHAW durchgeführt wird. Im Rahmen einer Analyse der Ist-Situation von Verbundlösungen wurde von September bis November 2009 an 1'114 Heime und 539 Spitexorganisationen in der Deutschschweiz ein elektronischer Fra-gebogen versandt. Darin wurden die Institutionen zu eigenen Merk-malen und insbesondere zu Merkmalen ihrer Verbundlösungen für die Pflege und Betreuung im Altersbereich befragt. Die Auswertungen zu den Merkmalen der Verbundlösungen sind momentan im Gange und sollten im Frühling 2010 abgeschlossen sein. Es werden voraussichtlich Aussagen möglich sein über das Leistungsangebot und die Spezialisierungen der Verbundlösungen, über die Kooperationspartner, den Grad der Integration sowie über Aspekte der Aufbau- und Ablauforganisation.

    14.35 - 15.05
    Budgetmitverantwortung
    14.35 - 15.05

    W12 BUDGETMITVERANTWORTUNG IN ÄRZTENETZEN: WIRKUNGEN UND NEBENWIRKUNGEN

    • Christopher ZuelligMedsolution (Zürich)
    • Ignazio CassisNR, FMH-Vizepräsident (Bern)
    • Petra GeiserSanitas (Zürich)
    • Rainer Hurnizmed AG (Zürich)

    Workshop-Teilnehmer: Nationalrat Dr. med. Ignazio Cassis, Vizepräsident FMH, Dr. med. Rainer Hurni, zmed; Frau Petra Geiser, Mitglied der Direktion, Sanitas Krankenversicherung

    14.35 - 15.05
    IV und Integrierte Versorgung
    14.35-15.05

    W22 SANIERUNG DER IV UND INTEGRIERTE VERSORGUNG: EIN WIRKUNGSZUSAMMENHANG

    • Klaus MüllerIntegria Consult (Bern)

    Ohne nachhaltige Gegenmassnahmen wächst der Schuldenberg der IV von heute 13 Milliarden jährlich um über eine Milliarden. Hauptursache ist die stetig zunehmende Berentung von Personen mit körperlichen Diagnosen, die unspezifisch oder somatoformer Natur sind. 1993-2006 wurden über 60'000 Personen dadurch (neu) invalidisiert. Vor einer erstmaligen psychiatrischen Diagnose wurden diese oft jahrelang bei verschiedenen Ärzten rein somatisch abgeklärt und symptomatisch behandelt. Verborgene psychosoziale Belastungen wurden häufig zu spät oder gar nicht erkannt. Die Chronifizierung und Invalidisierung der Betroffenen wurde und wird auch dadurch gefördert, dass das IV-Abklärungsverfahren zu fragmentiert funktioniert, viel zu spät einsetzt sowie zu wenig störungsspezifisch und eingliederungsorientiert ist, weil es primär auf die Rentenfrage statt auf rehabilitative Möglichkeiten fokussiert. Integrierte Rehabilitationsmassnahmen durch ein multidisziplinäres Spezialistenteam sind aufgrund der Rehabilitationsforschung aber deutlich erfolgreicher als fragmentierte Interventionen. Mangelhaft ist auch die Integration von medizinischer Abklärung und Rehabilitationsplanung. Wiedereingliederung setzt aber die Kenntnis und Umsetzung des ärztlichen und psychologischen Wissens voraus. Die mit der 5. IV-Revision angestrebte Früherkennung und -intervention erfordert daher die Entwicklung integrierter krankheitsspezifischer Versorgungskonzepte, die Gestaltung des Frühinterventions- und Abklärungsverfahren als integrierte struktur- plus funktionsdiagnostische und -therapeutische Leistungen sowie die Sicherstellung integrierter Abläufe, die das ärztliche und psychologische Wissen wirksam in die rehabilitative Planung einfliessen lassen. Ziel der kommenden 6. IV-Revision ist die (vermehrte) berufliche Wiedereingliederung bereits Berenteter und entsprechende Halbierung des Sanierungsbedarfs der IV. Ohne ihre integrierte Versorgung wird das Problem für die allermeisten davon Betroffenen, die ihren Rentenanspruch verlieren, aber lediglich von der IV zur Sozialhilfe verlagert werden.

    PROJEKTPRÄSENTATIONEN

    14.00 - 15.05
    Chronic Care
    14.00 - 14.15

    P11 IMPROVING CHRONIC ILLNESS CARE IN SWITZERLAND: THE FUTURO PROJECT

    • Claudia Steurer-SteymediX Gruppenpraxis (Zürich), Institut für Hausarztmedizin (Zürich)
    • Oliver SennInstitut für Hausarztmedizin (Zürich)
    • Felix HubermediX Gruppenpraxis (Zürich)
    • Thomas Rosemann

    Health systems working on improvement repeatedly report that "implementation is the hard part." While best clinical practice builds on a well-supported research base, there are few controlled studies of implementation. A two-year controlled pre-after study of Chronic Illness Care Collaborative called the FUTURO Project. Participating organizations implement an evidence-based system of chronic illness care called the Chronic Care Model (CCM). The evaluation will be conducted by a multidisciplinary research team from the Department of General Practice and Health Services Research, University of Zurich. Our study is designed to provide practical guidance to health care organizations seeking to improve care for patients with chronic disease. The evaluation team conduct consistent, independent assessments across participating sites, and address the following critical questions about organizational efforts to implement changes and improve care: Are primary care organizations in Switzerland able to make significant changes in their systems for delivering chronic illness care? What organizational and team factors are associated with successful change efforts? Does successful implementation of the Chronic Care Model lead to better processes and outcomes of care, including patient health status, patient and provider satisfaction and health care utilization.

    14.20 - 14.35

    P12 SELF-MANAGEMENT AND A PRACTICE TEAM TO IMPROVE CHRONIC CARE IN COPD

    • Claudia Steurer-SteymediX gruppenpraxis (Zürich), Institut für Hausarztmedizin (Zürich)
    • Kaba DallalanamediX gruppenpraxis (Zürich), Institut für Hausarztmedizin (Zürich)
    • Felix HubermediX gruppenpraxis (Zürich)
    • Oliver SennInstitut für Hausarztmedizin (Zürich)

    Limited data exist evaluating chronic care model (CCM) components in patients with chronic obstructive pulmonary disease (COPD).Method: Prospective pre-after trial in outpatient patients with COPD GOLD II-III. Assessment of disease specific aspects and patients’ perspective followed by 6 group modules of 60 minutes each covering the topics: What is COPD; treatment, breathing techniques, energy conservation, physical activity, correct inhalation techniques; understanding and using a plan of action for acute exacerbation.Primary endpoint was quality of life assessed with the validated German version of the Chronic Respiratory Questionnaire (CRQ) and secondary endpoint the perceived burden of disease measured with a pictorial tool, the Pictorial Representation of Illness and Self Measure (PRISM).

    14.40 - 15.05

    P13 FRÜHERKENNUNG VON KRANKHEITSVERLÄUFEN MIT PARTNERSCHAFTLICHER KOORDINATION

    • Denise CamenischHelsana Versicherungen AG (Stettbach /ZH)
    • Olaf SchäferHelsana Versicherungen AG (Stettbach /ZH)
    • Ernst MeierMindStep AG (Bern)
    • Ueli StreitMindStep AG (Bern)

    Durch evidenzbasierte Analysen prä-chronischer Krankheitsverläufe können Patienten frühzeitig durch speziell qualifizierte Casemanager unterstützt werden. Die Chancen für eine dauerhafte gesundheitliche Stabilisierung und für eine ganzheitliche psycho-soziale Besserung erhöhen sich massgeblich.Eine gute und frühzeitige Fall-Erkennung ist der erste und der wichtigste Schritt für jede nachhaltige Integration. Die Zusammenarbeit mit neutralen Experten für integrales CM stellt sicher, dass die rechtliche und finanzielle Situation des Kunden über alle involvierten Kostenträger und Institutionen schlüssig und gerecht geklärt wird. Gleichzeitig werden die Inhalte sowie die Rollen und Verantwortlichkeiten für alle weiteren Integrationsmassnahmen gemeinsam vereinbart.Im Rahmen eines Pilotprojektes des Fachgremiums Früherfassung und Reintegration (FER), wird eine verbindliche Koordination und Vernetzung zwischen Arbeitgebern und (Sozial-) Versicherungs-trägern getestet. Der Schweizerische Arbeitgeberverband unterstützt das Pilotprojekt und hat das Patronat des Fachgremiums FER. Im Vordergrund steht eine partnerschaftliche sektor- und institutionsübergreifende Zusammenarbeit.

    14.00 - 15.05
    Outcome
    14.00 - 14.15

    P21 DER QUALITOUCH-OUTCOMECALCULATOR© UNTERSTÜTZT PATIENTEN BEI IHREN ENTSCHEIDUNGSPROZESSEN

    • Prof. Robert Theiler

    Der Patient von heute informiert sich im Internet. Das Internet ist jedoch nicht nur eine Plattform für Informationen, sondern bietet auch die Möglichkeit, wissenschaftliche Daten zu erfassen und auszuwerten. Mit dem OUTCOMECALCULATOR© (OCC) der Stiftung QUALITOUCH können aus solchen Daten individuelle Vorhersagen zu Operationsresultaten erstellt werden. In einer schweizweiten multizentrischen Studie über die Ergebnisqualität wurden erste standardisierte Daten für den OCC nach Implantation von Hüft- resp. Knieprothesen gesammelt. Dabei wurden genaue Daten zu individuellen Krankheitsprofilen unter Einschluss 14 wichtiger Begleitdiagnosegruppen und zusätzliche Daten zur Medikamenteneinnahme und zur Aktivitätseinschränkung im Alltag nach ICF erfasst. www.outcomecalculator.org ermöglicht nun den Patienten, vor einem orthopädischen Wahleingriff eine Vorhersage über das wahrscheinliche Operationsresultat bezüglich ihrer Lebensqualität zu erstellen. Es besteht zudem die Möglichkeit, nach erfolgtem Eingriff mit einem individuellen Login den Rehabilitationsverlauf zu dokumentieren.

    14.20 - 14.35

    P22 HOHER QUALITÄTSSTANDARD IN SCHWEIZER ÄRZTENETZEN – ERHEBUNG QUALI-MED-NET

    • Jörg Fritschimedswiss.net (Zürich)
    • Karl MetzgerBlueCare, Winterthur
    • Wolfgang Czerwenkaargomed Ärzte AG, Dättwil

    Von Ärztenetzen resp. integrierten Versorgungsnetzwerken werden Qualitätsvorteile und ein kostendämpfender Beitrag in den wachsenden Gesundheitskosten erwartet. Um dieses Ziel zu erreichen, engagieren sich die Ärztenetze durch die Bündelung des kollektiven Wissens in der Qualitätsentwicklung und -optimierung. Die umfassende, vernetzte und kostenbewusste Betreuung von Patienten ist ein Hauptmerkmal professioneller Ärztenetze. Vor diesem Hintergrund hat medswiss.net - der Schweizer Dachverband der Ärztenetze - ein Qualitätsindikatorenset entwickelt. Mit diesem Selbstbeurteilungsinstrument kann eine Vielzahl der Leistungen und Entwicklungsprozesse in einem Ärztenetz dargestellt und qualitätsfördernde Massnahmen als lernendes System bottum-up umgesetzt werden. Quali-med-net umfasst fünf Qualitätsdimensionen und 43 Indikatoren. Als Indikator ist das Instrument zur Leistungsbewertung zu verstehen (im Gegensatz zu Standards bei der ärztlichen Qualitätsmessung). Je Indikator ist eine Messgrösse, ein Standard und ein Weiterentwicklungsvorschlag definiert. Damit der Aufwand für die Umsetzung von Quali-med-net ach für Ärztenetze mit noch geringem Reifegrad machbar ist, wurden aus den 43 Indikatoren ausgewählte 15 Top-Indikatoren definiert. Im Rahmen einer Befragung (Selbstdeklaration) der Ärztenetze wurde durch medswiss.net nun erstmals erhoben, wie hoch der Qualitätsstand in den Ärztenetzen effektiv ist. An der repräsentativen Erhebung haben 19 Ärztenetze teilgenommen. Obwohl der Reifegrad unterschiedlich ist, sind die Ergebnisse erfreulich und zeigen den hohen Qualitätsstandard der Schweizer Ärztenetze: Im Mittelwert werden rund 70 % aller Quali-med-net-Indikatoren durch die Ärztenetz erfüllt. Die detaillierten Ergebnisse stellen wir Ihnen gerne im Rahmen einer Projektpräsentation am Symposium vor.

    14.40 - 15.05

    P23 MORBIDITAETSBASIERTES KOSTENMODELL UND SEINE PRAXISRELEVANTEN AUSWIRKUNGEN

    • René KühneHelsana Versicherungen AG, Zürich
    • Roland RapoldHelsana Versicherungen AG, Zürich
    • Eliane KreuzerHelsana Versicherungen AG, Zürich

    Für eine zuverlässige Prognose von Leistungskosten und damit der Bestimmung der Einsparungen eines Netzkollektives, müssen individuelle, kostenbestimmende Eigenschaften der Versicherten im Kostenmodell berücksichtigt werden. In einer breit angelegten Studie zu morbiditätsrelevanten Faktoren konnte aufgezeigt werden, dass die Anwendung von Routinedaten der Krankenversicherer eine gleich gute Vorhersagekraft erlaubt wie die Verwendung von speziell erhobenen Daten aus dem medizinischen Praxisalltag.Unser Modell fusst auf den kantonalen Durchschnittskosten, welche mit Faktoren zu folgenden individuellen Eigenschaften multipliziert werden: Alter, Geschlecht, Franchise, Prämienregion, Unfalldeckung, Spitalaufenthalt im Vorjahr, Pflegeheimleistung im Vorjahr und Vorjahreskosten. Dabei weisen die Vorjahreskosten die grösste Prognosekraft auf, benötigen aber zur deren fairen Verwendung auch einer speziellen Betrachtung. Das Leistungsbudget schliesslich entspricht den Modellkosten abzüglich einer vereinbarten Einsparung.Dieses Kostenmodell dient als Grundlage für die Verhandlung und Berechnung der finanziellen Mitverantwortung eines Ärztenetzwerks. Es wird sowohl bei hoher als auch bei tiefer finanzieller Mitverantwortung angewendet und kommt bei einzelnen Ärztenetzwerken bereits zur Anwendung.Das Kostenmodell wird bei allen Netzkollektiven auf die vergangenen drei Jahre angewendet und so können verschiedene Szenarien simuliert werden. Die Ergebnisse und die entsprechenden Budget-Schlussabrechnungen weichen zum Teil erheblich von den bisherigen Berechnungen ab. Sie entsprechen aber im wesentlichen den Erwartungen und können auch erklärt werden.Das morbiditätsbasierte Kostenmodell erlaubt eine gezielte und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit den Netzen auch über alleinige Budgetüberlegungen hinaus.

    14.00 - 15.05
    eHealth & Telemedizin
    14.00 - 14.15

    P31 GESUNDHEITSÖKONOMISCHE FORSCHUNG - ANRUFGRÜNDE IM TELEMEDIZIN-ZENTRUM

    • Dr. med. Andrea Vincenzo Braga, MBAMedi24 (Bern)

    Bei Medi24 werden täglich mehrere Tausend Anrufe zu medizinischen Fragen entgegengenommen und von medizinischen Fachberatern und Ärzten beantwortet. Die Konsultationen werden mittels ICPC - 2 (International Classification of Primary Care – 2nd edition) klassifiziert. Dieses System ist international in der medizinischen Grundversorgung gängig, um u.a. den Konsultationsgrund RFE (Reason for Encounter) zu erfassen. So lassen sich Anrufgründe festhalten und ermöglichen eine statistische Auswertung. Damit leisten telemedizinische Konsultationszentren mit ihren grossen Fallzahlen einen wertvollen Beitrag zur gesundheitsökonomischen Forschung und –Planung in der Schweiz.Die Daten wurden von Januar bis Juli 2009 gesammelt. In dieser Zeit wurden bei Medi24 tausende Anrufe nach ICPC eingeteilt. Weiter wurden Einträge zu "Symptomen" von "Nicht-Symptomen" unterschieden. Das Hauptinteresse der Auswertung liegt darin, zu eruieren, aufgrund welcher Symptome die Bevölkerung Kontakt mit einem telemedizinischen Konsultationsentrum aufnimmt. In die Gruppe der „Nicht-Symptome“ fallen Anrufgründe wie Auskünfte zu Vorsorgeuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Eingriffen u.v.a.m. an. Neben den Detailauswertungen wurde eine Liste der 20 häufigsten Anrufgründe erstellt.

    14.20 - 14.35

    P32 HEALTH PROFESSIONAL INDEX: WEB 2.0 ZUR VERNETZUNG DER REGIONALEN BEHANDLUNGSKETTE

    • Emanuel LoriniBlueCare (Winterthur)

    Die Arbeitsabläufe im Spital und in der Arztpraxis sind eingespielt. In der Zusammenarbeit kommt es aber immer wieder zu Missverständnissen und zu Leerläufen, weil Kontaktinformationen falsch sind, der nächste Behandlungsschritt nicht koordiniert wurde oder die Zuständigkeiten nicht klar geregelt sind. Dies führt zu Ärger und manchmal zur Gefährdung von Patienten. Zentrale Ansprüche von Managed Care oder der Integrierten Versorgung können so teilweise nicht erfüllt werden. Der "Health Professional Index (HPI)" erfüllt in der Behandlungskette die Aufgabe mit einer regionalen Informationsquelle für Health Professionals. In einem eigenen Profil (vergleichbar mit Xing) vermerken Arztpraxen und Spitäler jene Angaben, welche für die vorgelagerte Stelle wichtig sind und informieren sich wiederum über die nachgelagerte Behandlungsstelle. So können sie ihre Versorgungsprozesse in der Region nach und nach digital vernetzen und effizienter gestalten.

    14.40 - 15.05

    P33 EINSATZ EINER ELEKTRONISCHEN PATIENTENAKTE IM DISEASE MANAGEMENT

    • Alexander KrassMedi24

    Disease Management soll Leistungserbringer vernetzen. Medi24 bietet seit drei Jahren in Kooperation mit regionalen Leistungserbringern (Hausarzt, Spital, Herzinsuffizienzberaterin) eine vernetzte Betreuung bei Herzinsuffizienz an.Für den Informationsaustausch, die standarisierte Dokumentation, Erstellung und Verwaltung von Dokumenten musste Medi 24 eine Lösung erarbeiten. Ausserdem sollte das Telemonitoring medizinischer Parameter möglich sein.Medi24 prüfte die im deutschsprachigen Raum angebotenen Lösungen. Es stellte sich heraus, dass die vorhandenen Instrumente, deren Ziel eine standarisierte Betreuung grösserer Patientenkollektive ist, sehr prozessorientert aufgebaut sind. Die nötige Flexibilität fehlte; Flexibilität, die in der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Leistungserbringern und den sich daraus ergebenenden Anforderungen erforderlich ist. Deshalb entschloss sich Medi24, eine bereits bestehende Lösung auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen.Gemeinsam mit einem Softwarehersteller ist es gelungen, eine webbasierte Patientenakte zu schaffen, die den gruppenspezifischen Anforderungen der unterschiedlichen Akteure im Herzinsuffizienzprogramm von Medi24 entspricht. Die angepasste Lösung ermöglicht gleichzeitig eine standardisierte Dokumentation.

    PROJEKTPRÄSENTATIONEN DES BUNDESVERBANDES MANAGED CARE DEUTSCHLAND (BMC)

    14.00 - 14.55
    Integrierte Versorgung
    14.00 - 14.15

    BMC11 IVGK: Erfolgsversprechende RESULTATE eines Integrierten Vollversorgungsprojektes

    • Achim SiegelAbt. f. Medizinische Soziologie, Universität Freiburg, Freiburg im Breisgau
    • Ingrid SchubertPMV forschungsgruppe, Universität zu Köln, Köln
    • Helmut HildebrandtOptimedis AG, Hamburg
    • Gisela DaulAOK Baden-Württemberg, Stuttgart

    Die Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal (IVGK) in Südbaden ist eines der wenigen integrierten Vollversorgungsprojekte in Deutschland. Es wird von der Managementgesellschaft Gesundes Kinzigtal GmbH in enger Zusammenarbeit mit dem regionalen Ärztenetz, der AOK Baden-Württemberg und der LKK Baden-Württemberg gesteuert. Bereits in den ersten Jahren (2006 und 2007) hat die IVGK überraschend positive finanzielle Ergebnisse erzielt. Umso relevanter wird nun der Beleg, dass dieser finanzielle Erfolg nicht durch Risikoselektion oder zunehmende Unter- bzw. Fehlversorgung erzielt wird. Daher war es Projektbetreibern und den beteiligten Krankenkassen ein Anliegen, dass das Projekt durch unabhängige wissenschaftliche Institute evaluiert wird. Mittlerweile liegen Zwischenergebnisse aus einzelnen Evaluationsprojekten vor. In einer kontrollierten Kohortenstudie wird die Versorgungsqualität der IVGK untersucht, und zwar mittels Kennziffern und Qualitätsindikatoren, welche auf der Grundlage pseudonymisiert-versichertenbezogener Leistungs- und Abrechnungsdaten der beteiligten Krankenversicherer gebildet wurden. Die Ergebnisse sollen eine Einschätzung ermöglichen, inwiefern im Kinzigtal (Interventionsregion) im Vergleich zum restlichen Baden-Württemberg (Vergleichsregion) Über-, Unter- und Fehlversorgung abgebaut werden können, d.h. ob und inwieweit sich die Versorgungsqualität in der IVGK im Vergleich zur "Normalversorgung" erhöht.

    14.20 - 14.35

    BMC12 INTEGRIERTE VERSORGUNG IN MVZ - DAS MODELL MEDIPLAZA

    • Dr. Frank Heinzen

    Seit dem Jahr 2004 ermöglicht der deutsche Gesetzgeber die Gründung von medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Wesentliches Ziel der Gesetzesnovelle war das Erreichen einer fachübergreifenden Versorgung aus einer Hand. Im Jahr 2007 wurde die MediPlaza von dem Allgemeinmediziner Dr. Marc Kurepkat und dem Public Health Experten Dr. Frank Heinzen gegründet. In Berlin-Mitte entstand 2008 das erste MediPlaza Gesundheitszentrum, weitere folgten. In den MVZ der MediPlaza arbeiten sowohl angestellte als auch freiberufliche Ärztinnen und Ärzte verschiedener Altersgruppen. Besondere Merkmale der MVZ sind die Umsetzung von zielgerichtetem Versorgungsmanagement und der hohe Servicelevel. Im Rahmen des Versorgungsmanagements liegen dabei wesentliche Schwerpunkte in den Bereichen Prävention, psychische und geriatrische Erkrankungen, Multimorbidität und Schmerz. Die Zusammenarbeit mit nichtärztlichen Leistungserbringern, beispielsweise ambulanten Pflegediensten und einem in Deutschland führenden Anbieter im Bereich des Morbiditätsmanagement, ermöglicht es, auch komplexe Managed Care Angebote zu realisieren.

    14.40 - 14.55

    BMC13 VERSORGUNG MULTIMORBIDER, GERIATRISCHER PATIENTEN: CASAPLUS® DIREKT

    • Dr. Marc KurepkatMediPlaza AG Berlin

    n der zunehmend alternden deutschen Bevölkerung nimmt die Anzahl multimorbider, geriatrischer Patienten in den kommenden Jahren weiter zu. Die bedarfsgerechte Versorgung dieser Patienten gestaltet sich schwierig und die aktuellen Versorgungsstrukturen sind nur bedingt dieser Herausforderung gewachsen. Dadurch entstehen im deutschen Gesundheits-wesen Kosten in Milliardenhöhe, insbesondere über die zunehmende Versorgung in stationären Einrichtungen.Das telefongestützte, indikationsunabhängige Fallmanagementprogramm Casaplus® widmet sich dem genannten Versorgungsproblem. Es wird mit (Direktvariante) und ohne die Beteiligung ärztlicher Leistungserbringer angeboten, wobei die Direktvariante, angeboten durch die MediPlaza AG, Gegenstand des Workshops ist. Die ärztliche Tätigkeit wird dabei um die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit nicht ärztlichen Leistungserbringern (z. B. ambulanten Pflegediensten) ergänzt. Hierüber kann gezielt auf Themenbereiche wie Pharmakotherapie und pflegerische Versorgung eingegangen werden.

    14.00 - 14.55
    Organisation und Prozessunterstützung
    14.00 - 14.15

    BMC17 MANAGEMENT VON GESUNDHEITSNETZWERKEN: EINE EMPIRISCHE ANALYSE

    • Stephan Pitum-Weberspectrum|K GmbH

    Im deutschen Gesundheitswesen fehlen immer noch weitergehende integrierte und vernetzte Versorgungsangebote. Die Leistungserbringung erfolgt überwiegend in von einander getrennten Bereichen, deren Organisation durch eine starke Spezialisierung und Abgrenzung zwischen den Sektoren geprägt ist. Dies hat oft Brüche in der Versorgung zur Folge. Um dies zu vermeiden, bietet sich die Integration vor- und nachgelagerter Stufen der medizinischen Versorgung an. Als ein Lösungsansatz wird die Integrierte Versorgung (u.a. § 140 SGB V) beschrieben und zeigt, wie eine Zusammenarbeit innerhalb der Branche funktionieren kann. Erfahrungen bei der Entwicklung Integrierter Versorgungskonzepte zeigen, dass Kooperationsengpässe aufgrund mangelnder Managementerfahrung auftreten. Vor allem kommt zum Tragen, dass der Innovations und Integrationsprozess durch Kooperations- und Kommunikationsbarrieren beeinträchtigt ist. Typische Engpässe als Folge sind: > schwierige Identifikation von betrieblichen Entwicklungspotenzialen, > Engpässe bei der Entwicklung passender innovativer Produkte und Dienstleistungen, > Unkenntnis bewährter Strategien der Integration in bestehende gesundheitswirtschaftliche Strukturen sowie > Friktionen bei der Beherrschung neuer Finanzierungsformen. Die Umsetzung gelingt i.d.R. nur, wenn die Anbieter eine gemeinsame Vertrauensinfrastruktur und Kultur etabliert haben, was nur über ein effizientes Netzwerkmanagement bewerkstelligt werden kann. Zur empirischen Erfassung des aktuellen Umsetzungsgrades deutscher Gesundheitsnetzwerke wurde von dem Autor eine Befragung von Netz-Ärzten – in Kooperation mit dem NAV-Virchowbund – durchgeführt. Insgesamt wurde festgestellt, dass sich der Veränderungsprozess in Deutschland noch im Anfangsstadium befindet und eine hohe Varianz aufweist. Das Spektrum der in den Netzwerken derzeit anzutreffenden Reaktionsmuster reicht von „keine gemeinsame Organisation“ bis hin zu einem „professionellem Management“. Insgesamt jedoch besteht noch erheblicher Steigerungsbedarf, um Innovationspotentiale zu entfalten.

    14.20 - 14.35

    BMC18 FIRMENPRÄSENTATION: DRÄGER & HANSE BKK

    • Rolf BoddenbergDräger & Hanse BKK, Lübeck

    Die DRÄGER & HANSE BKK ist eine hochspezialisierte Kasse, die seit vielen Jahren im Versorgungsmanagement aktiv ist. In den Kernregionen - Lübeck, Rostock und Wismar – ist jeder 5. Pflichtversicherte bei der DRÄGER & HANSE BKK versichert. Die DRÄGER & HANSE BKK versichert rund 150.000 Versicherte, deren Durchschnittsalter bei 36 Jahren liegt. Aktuell sind mehr als 200 Mitarbeiter in den Niederlassungen Rostock und Lübeck, in der Geschäftsstelle Wismar und den Servicebüros in Schwerin und Boizenburg beschäftigt. Die Verwaltungskosten liegen deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die DRÄGER & HANSE BKK befindet sich in einer ausgesprochen soliden finanziellen Situation. Das bestätigte aktuell die Rating-Agentur Euler Hermes, die die Finanz- und Leistungsstärke mit einem AA (sehr gut) bewertet. Die Note für die Kundenzufriedenheit beträgt nach einer neuen Untersuchung des TÜV aus dem Jahr 2010 1,81. Die Geschichte Die DRÄGER & HANSE ist 2003 aus dem Zusammenschluss der DRÄGER BKK und der Hanse BKK hervorgegangen Die Idee der HANSE BKK ist rund 150 Jahre alt. In der 1851 gegründeten "Rostocker Schiffswerft und Maschinenfabrik" wurde bereits 1854 eine Betriebskrankenkasse gegründet. Mit der Vereinigung mehrerer Betriebskrankenkassen zur HANSE BKK wurde das vorhandene Know-How gebündelt und nicht mehr nur auf die Beschäftigten in den Werften begrenzt. Im Dezember 1988 wurde die Betriebskrankenkasse des Dräger Unternehmens geboren. Eine Krankenkasse für ein Unternehmen, das insbesondere auf dem Gebiet der Medizin- und Sicherheitstechnik weltweit agiert.

    14.40 - 14.55

    BMC19 FIRMENPRÄSENTATION: MEDCO HEALTH SOLUTIONS GMBH

    • Dr. Gian Carlo SciuchettiMedco Health Solutions GmbH, Berlin

    Auch wenn der Fokus in der aktuellen Gesundheitspolitik primär auf der Finanzierung des Systems liegt, sind die größten Potenziale in der Optimierung der Versorgungsstrukturen. Eine Vielzahl von Studien belegen, dass es keinen zwangsläufigen Zusammenhang zwischen eingesetzten Mitteln und Outcomes gibt. Gleichzeitig die Qualität zu erhöhen und die Kosten zu senken ist kein Widerspruch. Um allerdings die Versorgungsstrukturen zielorientiert zu gestalten, ist der Einsatz moderner Analyse und Managementtools unabdingbar. Das führende amerikanische Healthcare-Unternehmen Medco engagiert sich seit vielen Jahren auf diesem Feld. In den USA betreut Medco mit seinen Dienstleistungen mehr als 60 Millionen Patienten, darunter z.B. mehr als 5 Millionen Patienten mit Diabetes und ueber eine Million Onkologiepatienten. Dazu ist man Marktfuehrer im Versandapothekengeschaeft und Pharmacy Benefit Management (PBM). Im Jahre 2008 erfolgte mit der Akquisition der Europa Apotheek Venlo der Eintritt in den deutschen Markt. Ende des letzten Jahres folgte dann die Gründung der Medco Health Solutions GmbH. Letztere bietet Krankenkassen und anderen Stakeholdern im Gesundheitswesen Dienstleistungen im Bereich von „Advanced Clinical Solutions“ an. Dabei geht es einerseits um die Analyse von Daten. Im Weiteren unterstützt man die Kunden durch einen integrierten Ansatz darin, die in der Analyse identifizierten „Gaps“ durch den Einsatz verschiedenster Maßnahmen zu schließen.

    15.05 - 15.30 PAUSE

    NACHMITTAGSPROGRAMM: PARALLELSESSIONS - 2. TEIL

    INTERAKTIVE WORKSHOPS

    15.30 - 16.00
    Patientenedukation
    15.30 - 16.00

    W13 IT TAKES TWO TO TANGO!

    • Therese KämpferSchweizer Paraplegiker-Zentrum, Nottwil

    Patientenedukation ist ein zunehmend wichtiger Teil im Rehabilitationsprozess. Längst sind die heutigen Patienten gewohnt, sich über ihre Diagnose und ihren Gesundheitszustand durch Medien, Bücher oder das Recherchieren im Internet ausführlich zu informieren. Diese einerseits erwünschte Wissensaneignung kann anderseits zu grosser Verunsicherung bei frisch verletzten oder erkrankten Querschnittgelähmten und deren Bezugpersonen führen. Zu gross, zu allgemein und oft auch zu negativ und wenig ressourcenorientiert ist die ganze Flut an Informationen. Wissensvermittlung, die den psychischen und emotionalen Zustand des Patienten berücksichtigt und seinen ganz individuellen Themen, Fragen, Ängsten und Hoffnungen Rechnung trägt, ist eines der Ziele der Patientenbildung im SPZ Nottwil. Wir berichten, wie und mit welchen Instrumenten wir uns dieser Vision annähern.

    15.30 - 16.00
    Digitale Praxis
    15.30 - 16.00

    W23 DIE UMSTELLUNG ZUR DIGITALEN PRAXIS: UND WO BLEIBT DER MENSCH?

    • Dr. sc. nat. Irène Studer-RohrSanacare AG

    Die Umstellung einer Gruppenpraxis von der papierenen KG zur digitalen Praxis stellt alle Beteiligten vor grosse Herausforderungen. Dass dabei technische Probleme auftreten können, wird bei der Projektplanung meist miteinbezogen. Vergessen gehen oftmals die weichen Faktoren, die zum Gelingen eines Projektes entscheidend sind. Die Qualität und Effizienz einer Behandlung während der Umstellung einer Praxis kann nur gewährleistet werden, wenn sowohl den möglichen technischen Probleme als auch den emotionalen Problemen, die bei den Mitarbeitern entstehen, Rechnung getragen wird. In dieser Projketpräsentation wird an einem konkreten Beispiel wird gezeigt, wie gezielt neben den technischen vor allem mit emotionalen Problemen umgegangen werden kann, welche Vorbereitungen getroffen und wie der Prozess der Einführung der digitalen Praxis effizient und zum Wohle aller gestaltet werden kann.

    16.05 - 16.35
    Patientenzufriedenheit
    16.05 - 16.35

    W14 DIE ARZT-PATIENTEN-BEZIEHUNG, EIN VERGLEICH VON EINZEL- UND NETZWERKPRAXEN

    • André Busatocollege M, College for Management in Health Care, Bern, Switzerland
    • Beat KünziSwisspep, Institute for Quality and Research in Health Care, Bern, Switzerland
    • Peter BerchtoldInstitut für Evaluative Forschung in Orthopädischer Chirurgie Universität Bern, Switzerland

    A variety of studies have been performed on differences in quality measures between various models of primary care with inconclusive results. In Switzerland, up to a third of the population chooses network health plans including gatekeeping and almost half of general practitioners work in primary care-networks. To determine any differences in the quality of the patient-physician relationship between patients with either network health plans or patients with conventional health plans. The study uses data that were collected in Switzerland within the setting of the European practice assessment program EPA. We analysed data of the Europep questionnaire aimed at the quality of the patient-physician interaction of 473 primary care physicians. From the 25178 patients who completed the questionnaire, 72.2% (18174) were enlisted in a network health plan and 27.8 % (7004) in a conventional health plan. Using data of the Europep questionnaire, we were able to provide empirical evidence of different quality of care perceived by patients with network - or with conventional health plans. We suggest that efforts to promote more integration of care should also focus on monitoring and improving the patient-physician relationship.

    16.05 - 16.35
    Preferred Provider
    16.05 - 16.35

    W24 PREFERRED-PROVIDER-LISTEN - AUF DEM WEG VON DER WORTHÜLSE ZUM EFFIZIENTEN MANAGED-CARE-INSTRUMENT?

    • Dr. med. Christian SimoninSanacare AG

    Integration heisst, aus Teilen ein systemisches Ganzes zu machen. Zur Auswahl der richtigen Partner in der Prozesskette der Patientenbetreuung werden Preferred Provider Listen (PPL) seit Jahren als Werkzeug auf der Liste der Managed Care Instrumente aufgeführt. Über die Ausgestaltung und Anwendung dieser PPL im Alltag und insbesondere über deren Impact auf die medizinische und ökonomische Qualität findet sich wenig Konkretes. Die Vorstellung einer pragmatischen PPL einer Gruppenpraxis und die damit gemachten Erfahrungen sind Ausgangspunkt, um über mögliche Anforderungen und Erwartungen aus Sicht der involvierten Instanzen interdisziplinär zu diskutieren. Schlussendlich wird versucht, die PPL auf dem im Titel erwähnten Weg zu orten und allfälligen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

    PROJEKTPRÄSENTATIONEN

    15.30 - 16.25
    Steuerungsinstrumente
    15.30 - 15.45

    P14 GEZIELTE STEUERUNG PFLEGERISCHER ORGANISATION IM KONTEXT DER INTEGRIERTEN VERSORGUNG

    • Andrea Dobrin Schippers

    Die Vernetzung interdisziplinärer Versorgungsbereiche und Leistungserbringer soll im Modell der integrierten Versorgung intensiviert werden. In einer Berufsgruppe wie der Pflege, in der immer eine Gruppe von Mitarbeitern für eine Gruppe von Patienten zuständig ist, können leicht Informationsdefizite entstehen. Die verbindliche Zuteilung von verantwortlichen Ansprechpartnern in der Pflege soll die Bündelung von Informationen – gerade auch an den Nahtstellen - unterstützen. Diese Form der patientenorientierten Pflegeorganisation wird in der Schweiz als Bezugspflege bezeichnet. Sie ist gekennzeichnet durch vier wesentliche Kernelemente: Übernahme der Verantwortung für einen Patientenfall für seinen gesamten Aufenthalt in einer Institution, personelle Kontinuität der pflegerischen Betreuung für den Patienten, Pflegeplanender ist zugleich Pflegedurchführender und die direkte Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Bei Abwesenheit der Bezugspflegenden betreut eine stellvertretende Pflegende den Patienten nach dem erstellten Pflegeplan. Viele Spitäler, Heime oder Spitexdienste haben in den letzten Jahren die Bezugspflege eingeführt, mit dem Fokus durch diesen sogenannten pflegerischen Casemanager die Versorgungskontinuität zu erhöhen. Das Instrument zur Erfassung von Pflegesystemen IzEP© wurde massgeblich von Schweizerischen Pflegewissenschaftlern entwickelt um mittels Befragungen der an der Patientenversorgung beteiligten Partner diesen vorliegenden Grad der Patientenorientierung der pflegerischen Organisation auf einer Station/Einheit auf einer Skala zwischen 0 und 100% darstellen. Die Software zeigt weiterhin in einem detaillierten „Stations“profil die Vorgabe und Umsetzung der Elemente der Bezugspflege. Diese Daten können u.A. als monodisziplinäres Steuerungsinstrument für die Optimierung der pflegerischen Prozesse und Verantwortlichkeiten im Rahmen der integrierten Versorgung genutzt werden.

    15.50 - 16.05

    P15 MEDIKAMENTENEINSATZ - QUALITATIV UND WIRTSCHAFTLICH OPTIMIERT

    • Oliver StrehleMedSolution AG
    • Christian MartiMedSolution AG

    Säureblocker und Cholesterinsenker zählen seit Jahren zu den umsatzstärksten Medikamenten. Koordiniert durch die Medsolution AG optimieren seit 2005 die Netze mediX zürich, SäntiMed und WintiMed systematisch und gemeinsam den Einsatz dieser beiden Medikamentengruppen. Resultat. In den beteiligten Ärztenetzen sind die Tageskosten für Säureblocker und Statine bis zu 25% tiefer als bei den übrigen Grundversorgern in der gleichen geographischen Region. Für viele medizinische Alltagsprobleme stellt der Markt dem Schweizer Hausarzt eine Fülle von medizinisch gleichwertigen, aber unterschiedlich teuren Medikamente zur Verfügung. Der evidenzbasierte Therapiekonsens und seine Umsetzung in Ärztenetzen, unterstützt durch eine professionelle Prozess-Steuerung und Partnerversicherungen, eröffnet ein grosses Sparpotenzial ohne Qualitätsabstriche. Beeinträchtigt wir die Ausschöpfung dieses Potenzials derzeit durch unterschiedliche Interessen der Versicherungen, finanzielle Fehlanreize im Medikamentensektor und gesetzliche Fesseln.

    16.10 - 16.25

    P16 KIMSA - KOOPERATIVES INTEGRATIONSMANAGEMENT DER SUVA MIT ÄRZTENETZEN

    • Karl Züger

    Argomed ist ein Zusammenschluss von 16 Ärztenetzen der Kantone Aargau, Zug, Solothurn und Bern, welcher insgesamt rund 600 Grundversorger angehören. Argomed ist unter anderem auf den Gebieten des Versorgungsmanagement, des Qualitätsmanagement und eHealth engagiert. Ein zentrales Anliegen stellt die überbetriebliche Optimierung von Behandlungsprozessen dar. Argomed macht Suva im 2006 ein Angebot der engeren Zusammenarbeit. Das Potenzial der Grundversorger als Mitwirkende im Wiedereingliederungsprozess wird noch nicht systematisch genutzt. Grundversorger verfügen über ein grosses und stabiles regionales Netzwerk, welches für das Case Management nutzbar gemacht werden kann.Ziele, Vorgehen: Suva will zusammen mit argomed die Chancen einer systematischen Kooperation im Wiedereingliederungsprozess ausloten. Versorgungsprozesse sollen besser aufeinander abgestimmt und gemeinsam integrierte Betreuungspfade entwickelt werden. Grundversorger sollen ihr spezielles Wissen in den Fallmanagementprozess einbringen. Es sollen Arbeitsfähigkeitsabklärungsstellen innerhalb des Ärztenetzes aufgebaut werden. Im Hinblick auf diese Ziele führt Suva mit argomed dieses Entwicklungsprojekt durch. Die Ergebnisse des Pilotversuch im Kanton Aargau liegen vor und der KIMSA Rollout Schweiz ist gestartet.

    15.30 - 16.25
    Strukturen
    15.30 - 15.45

    P24 BEREICHS- UND INSTITUTIONSÜBERGREIFENDE BERATUNG UND KOORDINATION

    • Max MoorParaHelp
    • Mechtild Willi StuderParaHelp
    • Peter FelleiterParaHelp

    Die Betreuung von Patienten erfolgt in stationären und ambulanten Einrichtungen des Gesundheitswesens, in Pflegeheimen oder im häuslichen Umfeld. In der Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen stellen die Übergänge eine Schnittstelle dar, an der es zu Komplikationen und Problemen kommen kann. Aufgrund der für 2012 geplanten Einführung von DRGs (Diagnose Related Groups) ist in der Schweiz mit einer Verkürzung der stationären Liegezeiten zu rechnen. In der Folge wird es zu einer Verlagerung medizinischer Leistungen in den ambulanten Bereich und einer Verschiebung pflegerischen Aufwands ins heimische Umfeld kommen. Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) hat diese Schnittstellenproblematik in der Versorgung querschnittgelähmter Patienten bereits vor Jahren erkannt und angegangen. Um die Koordination und Vernetzung der vorhandenen Ansprechpartnern wie Querschnittzentren, Kliniken, Heimen, Spitexdiensten, Hausärzten, Therapien, Hilfsmittelversorgern, Kostenträgern sowie dem persönlichen Umfeld der Betroffenen zu verbessern, wurde als ein Baustein der ganzheitlichen und lebenslangen Patientenbegleitung der Verein ParaHelp gegründet.Dieser pionierhafte und moderne Ansatz für eine bereichsübergreifende Koordination und Optimierung der Versorgung greift über Schnittstellen hinweg in den komplexen Bereich des Gesundheitswesens ein. So können Komplikationen und Hospitalisationen, aber auch Entgleisungen heimischer Pflegesituationen vermieden und in der Folge Kosten gespart werden.

    15.50 - 16.05

    P25 GEWINT PHASE II: AKTUELLER STAND DER UMSETZUNGSPLANUNG

    • Prof. Dr. Urs BrüggerWinterthurer Institut für Gesundheitsökonomie, www.wig.ch

    Die Region Winterthur hat eine langjährige Managed Care Tradition. Bereits im Jahr 2006 haben sich verschiedene Vertreter aus dem Gesundheitswesen dazu aufgemacht, das vorhandene Potenzial in der Region aktiver zu nutzen und gemeinsam ein innovatives Kon-zept für eine integrierte Versorgung aller Einwohner und Einwohne-rinnen in der Region Winterthur zu entwickeln. Im Projekt „GeWint“ wurde eine breite Angebotspalette beschrieben, woraus für eine zweite Phase ab Herbst 2009 vier konkrete Projektideen ausgewählt wurden: Gesundheitsportal, elektronisches Patientendossier, Ge-sundheitsförderung & Prävention, Notfallversorgung & Callcenter. Das Projekt ist in der Region breit abgestützt und wird getragen von namhaften Gesundheitsorganisationen (Leistungserbringer und Ver-sicherer) und der lokalen Politik. Am Symposium FMC werden in einer provisorischen Version vier umsetzungsfähige Business Pläne vorgestellt.

    16.10 - 16.25

    P26 ZUKÜNFTIGE INTEGRATION BENÖTIGT INNOVATIVE VERSORGUNGSMODELLE

    • Urs Kellerwww.pizolcare.ch
    • Felix Akermannwww.pizolcare.ch
    • Urs Arnetwww.pizolcare.ch

    Hausarztmangel, DRG’s, veränderte Ansprüche der Patienten und beschränkte finanzielle Ressourcen werden auch die Zukunft des Ärztenetzes PizolCare prägen. Die bisherige Strategie mit Schwerpunkt auf integrierter Versorgung wird um innovative Veränderungen zur Aufrechterhaltung der kostenoptimierten medizinischen Versorgung der Bevölkerung nicht herumkommen. Neue Versorgungsmodelle mit IT-Unterstützung sind Erfolg versprechende Möglichkeiten.2009 wurde eine eigene Holding gegründet, welche zum Ziel hat PizolCare für die Zukunft fit zu machen durch Angebote von innovativen Dienstleistungen und Unterstützung bei Praxisreorganisationen für unsere Mitglieder (PizolCare Gesundheitsnetz AG mit PizolCare Medical Services AG und PizolCare Praxis AG). Um heraus zu finden wie gross die Akzeptanz der IT (Informations-Technologie) in unserem Netz ist wurden die PizolCare-QZ-Teilnehmer mittels eines Fragebogens, der mit Hilfe des Internetportals Univadis erstellt wurde, dazu befragt. Es wurden Praxen gesucht, die sich IT-mässig zusammenschliessen und gemeinsam ein elektronisches PizolCare-Patientendossier auf einer zentralen ASP-Plattform benützen.

    15.30 - 16.25
    Patientensicherheit & Prävention
    15.30 - 15.45

    P34 HOT SPOTS DER PATIENTENSICHERHEIT: AUF IN DEN AMBULANTEN BEREICH!

    • PD Dr. David SchwappachStiftung für Patientensicherheit
    • Dr. Katrin GehringStiftung für Patientensicherheit
    • Dr. Marc-Anton HochreutenerStiftung für Patientensicherheit

    Welches sind die zentralen Problemfelder in der Patientensicherheit? Welche Risiken treten besonders häufig auf und welche sind von besonderer Relevanz? Ziel zweier empirischer Arbeiten der Stiftung für Patientensicherheit ist es, bestehende Wissenslücken zu schliessen und möglichst konkret und praxisnah Gefahrenbereiche in der medizinischen Versorgung zu identifizieren und daraus Handlungsfelder abzuleiten. In einer abgeschlossenen Studie wurden Qualitäts- und Risikomanager in Schweizer Spitälern zu Sicherheitsproblemen in der Spitalversorgung befragt. Es konnten 169 detailliert beschriebene Problembereiche identifiziert werden. Die Häufigkeit ihrer Nennung und die Beurteilung der Dringlichkeit erlaubten die Erstellung von Ranglisten der ermittelten Hot Spots. Daraus abgeleitet konnten prioritäre Themenbereiche in der Patientensicherheit formuliert und Projekte initiiert werden, die sich an den konkreten Bedürfnissen der Spitäler orientieren. So wurde eine Kampagne zur Prävention der Eingriffsverwechslung durchgeführt. Andere Probleme wurden in sogenannten "Quick-Alerts" bearbeitet und kurze, direkte handlungsrelevante Empfehlungen entwickelt (bspw. zu Gefahren von Kaugummis bei Intubation).

    15.50 - 16.05

    P35 TERTIÄRE STURZPRÄVENTION: EIN ANGEBOT FÜR PERSONEN MIT HOHEM RISIKO

    • Jasmin FranzenHelsana Versicherungen AG, Dübendorf
    • Maria MessmerFachstelle für präventive Beratung, Spitex Zürich

    Stürze älterer Menschen sind ein bedeutendes klinisches und wirtschaftliches Problem – oft markiert ein Sturz den Beginn einer langen Leidensgeschichte. Helsana bezahlt jährlich über 80 Millionen Franken für die Folgen von Stürzen. Multidisziplinäre, multifaktorielle Interventionsprogramme konnten Stürze und deren Folgen um bis zu 29 Prozent reduzieren, wie internationale Studien zeigen. Daher startete Helsana im August 2008 das Pilotprojekt "Tertiäre Sturzprävention". Ziel des Angebots war es, die Zahl der Risikofaktoren für weitere Stürze zu reduzieren. Aufgrund der Unfallmeldungen wurden 300 Versicherte über 70 Jahre in der Stadt Zürich telefonisch kontaktiert, um ihnen eine Beratung durch die Fachstelle für präventive Beratung der Spitex Zürich anzubieten. Die Versicherten, die am Pilotprojekt teilnahmen, erhielten ein Beratungsgespräch der Fachstelle für präventive Beratung, welche die Sturzursachen und -risiken abklärte, mit ihnen einen Massnahmenplan erstellte und sie motivierte, einen Balance-Kurs der Pro Senectute Zürich zu besuchen.

    16.10 - 16.25

    P36 GEPLANTER ODER NOTFALL-PATIENTENEINTRITT: OUTCOME-MESSUNG ZUR STEUERUNG

    • Barbara EcklVerein Outcome, Zürich
    • Andrea Dobrin SchippersVerein Outcome, Zürich

    Der Aufnahme des Patienten im Spital kommt – besonders im Rahmen der integrierten Versorgung - eine wichtige Bedeutung zu. Es unterscheiden sich die Prozesse, aber auch Qualitätsindikatoren für geplante Patienteneintritte oder Notfalleintritte. Für den Patienten entscheidend ist das Ergebnis. Die Qualität des Eintritts in die Klinik kann deswegen am Besten aus Patientensicht beurteilt werden. Integrierte Leistungserbringer sollten derartige Outcomedaten erheben, um Informationen zu gewinnen, damit die Patientenaufnahme optimal gestaltet werden kann. Die Informationen können zur Qualitätstransparenz den Patienten zugänglich gemacht werden. Der Verein Outcome in Zürich bietet interessierten Spitälern die Messungen „elektiver Eintritt“ sowie „emerge – schnelle und sichere Hilfe im Notfall“ zur Evaluation des Eintrittsgeschehens an. Auf Basis der Literatur und Expertengremien wurden diese Ergebnismessungen entwickelt, getestet und durchgeführt.Bei diesen Outcomemessungen liegt der Blick zum einen auf der Patientenperspektive (Zufriedenheit) und zum anderen auf der professionellen Perspektive. Dies bezieht sich im Notfalleintritt vor allem auf den Bereich Sicherheit für den Patienten und Geschwindigkeit im Prozess. Diese Beobachtungsbereiche werden mit verschiedenen Indikatoren erhoben und standardisiert ausgewertet. In Benchmarkingveranstaltungen können die Spitäler die Ergebnisse diskutieren und voneinander – nach dem Motto „Lernen vom Besten“ – profitieren. Durch diese Datengrundlagen ist es den Spitälern möglich, in ihrem Eintrittsgeschehen Schwachstellen und somit Potenziale für Verbesserungen aufzudecken.Im Rahmen der integrierten Versorgung muss neben dem Eintritt jedoch auch der Fokus auf den Austritt und somit mögliche Rehospitalisationen – die dritte „Eintrittsart“ gelegt werden. Nur wenn der Austrittsprozess schon bei Eintritt berücksichtigt und im Blickwinkel liegt, können den Anforderungen der integrierten Versorgung Rechnung getragen werden.

    PROJEKTPRÄSENTATIONEN DES BUNDESVERBANDES MANAGED CARE DEUTSCHLAND (BMC)

    15.30 - 16.25
    Qualität & Vergütung
    15.30 - 15.45

    BMC14 QISA – QUALITÄTSINDIKATORENSYSTEM FÜR DIE AMBULANTE VERSORGUNG

    • Joachim SzecsenyiAQUA-Institut, Göttingen / Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung
    • Björn BrogeAQUA-Institut, Göttingen
    • Johannes Stockbis 2008: AOK-Bundesverband, Bonn/Berlin

    QISA - Qualitätsindikatoren-System für die ambulante Versorgung Wer Versorgungsqualität messen und steuern will, braucht Qualitätsindikatoren. QISA bietet mehr als 130 Qualitätsindikatoren über die Breite der ambulanten ärztlichen Versorgung. Das System behandelt wichtige Versorgungsbereiche in insgesamt 15 Einzelbänden. Mitte 2009 wurden die ersten fünf Bände mit insgesamt 65 Indikatoren veröffentlicht (www.qisa.de). Themen sind Asthma/ COPD, Pharmakotherapie, Prävention sowie Indikatoren für das Qualitätsmanagement von Praxisnetzen und Versorgungsmodellen. Der Einleitungsband führt in den Aufbau und die Philosophie von QISA ein. Mitte 2010 folgen fünf weitere Bände zu Diabetes Typ 2, Hypertonie, Rückenschmerz, Krebsfrüherkennung und Palliativmedizin. Die Themen Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Depression, Alkoholmissbrauch und Multimorbidität vervollständigen QISA im Laufe des Jahres 2011. QISA ist ein Gemeinschaftsprodukt von AOK-Bundesverband (Berlin) als Auftraggeber und AQUA-Institut (Göttingen), das die wissenschaftliche Erarbeitung der Indikatoren verantwortet. Die QISA-Indikatoren sind evidenzbasiert hergeleitet. Ihre systematische Auswahl ermöglicht breit abgestützte Transparenz der Versorgungsqualität. Die QISA-Bände erläutern und begründen die Indikatoren ausführlich. Ziel von QISA ist, Ärzte, Praxisnetze und lokale Versorgungsmodelle bei der internen Steuerung der Qualität, also bei Managed Care zu unterstützen. QISA erspart ihnen die aufwendige Entwicklung fundierter Indikatoren. Damit wird der Einstieg in die praktische Arbeit mit Qualitätsindikatoren einfacher. Dazu gibt QISA Ärzten Hinweise aus eigenen Praxistests und zeigt Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der Qualität. Wer damit Erfahrungen sammelt, kann offener über Benchmarking oder pay for performance nachdenken. QISA-Kooperationspartner bei Entwicklung und Testung der Indikatoren waren auch die EQUAM-Stiftung und die MediX-Gruppenpraxis.

    15.50 - 16.05

    BMC15 QUALITÄTSORIENTIERTE VERGÜTUNG – REGIONALE ANSÄTZE DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG BAYERNS

    • Sonja FroschauerKassenärztliche Vereinigung Bayerns

    Die Einführung der Selektivverträge (SV)hat die Basis für einen Vertragswettbewerb im deutschen Gesundheitswesen geschaffen. Der von den Kassenärztlichen Vereinigungen organisierte Kollektivvertrag, der die Regelversorgung sichert, muss sich dem Wettbewerb mit diesen SV stellen. Die fehlende qualitätsabhängige Honorierung im Kollektivvertrag könnte dabei zu einem signifikanten Nachteil werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) setzt daher für definierte Leistungsbereiche seit 2001 Qualitätsmaßnahmen im Kollektivvertrag um, die eine Vergütung der Ärzte nach Qualitätskriterien beinhalten. Möglich wird dies durch den von der KVB initiierten „Qualitätsparagraphen“ 136 Absatz 4 SGB V, der qualitätsabhängige Vergütungszu- und –abschläge ermöglicht. Die Qualitätsmaßnahmen beinhalten Kriterien zur Strukturqualität, beispielsweise Geräteanforderungen. Zusätzlich werden Prozessparameter mittels webbasierter Dokumentationen erhoben – diese Versorgungsdaten dienen als Grundlage für Feedbackberichte an die teilnehmenden Ärzte sowie für Studien zur Versorgungsforschung. Langfristig ist die Erweiterung auf Parameter zur Ergebnisqualität möglich – die elektronisch dokumentierten medizinischen Daten bilden eine ausgezeichnete Basis dafür. Bemerkenswert ist , dass in einigen Leis-tungsbereichen aufgrund der Einführung von Qualitätsvoraussetzungen ein erheblicher Teil der Leistungsanbieter aufhörte, die betroffene Untersuchung anzubieten: während zum Beispiel in 2001 noch fast 1.000 niedergelassene Ärzte Koloskopien anboten, sind es in r 2010 noch etwa 450. Mittlerweile hat die KVB 13 Qualitätsmaßnahmen für ausgewählte Leistungsbereiche umgesetzt, die weitgehend ebenfalls das Prinzip einer qualitätsorientierten Vergütung umsetzen. Die KVB zeichnet alle Ärzte, die an den Qualitätsmaßnahmen mit Erfolg teilnehmen, mit einem Zertifikat und dem Gütesiegel „Ausgezeichnete Patientenver-sorgung“ aus, und veröffentlicht sie auf einer eigenen Internetseite www.ausgezeichnete-patientenversorgung.de

    16.10 - 16.25

    BMC16 ALGESIOLOGIKUM: SEKTORÜBERGREIFENDE VERSORGUNG CHRONISCHER SCHMERZPATIENTEN

    • Dr. med. Reinhard ThomaAlgesiologikum, München

    Chronische Schmerzen stellen eine bedeutende Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem dar. Etwa 17% der deutschen Bevölkerung leidet unter chronischen Schmerzen, die mit erheblichen körperlichen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen einhergehen. In dem derzeitigen fragmentierten Versorgungskonzept sind Schmerzpatienten unter- und/oder fehlversorgt.Ziel des Projektes ist das Angebot einer multimodalen Schmerztherapie, die interdisziplinär und multiprofessionell ausgerichtet ist. Durch die Zusammenarbeit von Ärzten aus mehreren medizinischen Disziplinen, psychologischen Psychotherapeuten, Physio-, Sport- und wird dem Patienten sektorübergreifend ein langfristiger Diagnostik- und Therapiepfad aufgezeigt und mit ihm abgestimmt.Aus ambulanten Strukturen (MVZ) heraus wird auch die Versorgung im stationären Sektor konzeptionell und organisatorisch übernommen wird. Das Versorgungskonzept ist charakterisiert durch klar strukturierte Abläufe mit sektorenübergreifenden Behandlungspfaden. Das Behandlungskonzept ist ein typisches Kooperationskonzept und zielt auf die Optimierung der Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor. Die konsequente Einhaltung bereits bestehender Leitlinien gehört zum Kern des KonzeptesDie Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität wird standardisiert dokumentiert und evaluiert. Basis ist die Kerndokumentation Qualität in der Schmerztherapie (KeDoQS). Der Behandlungserfolg wird evaluiert.Die Finanzierung erfolgt ausschließlich aus bestehenden Finanzierungstöpfen der Regelversorgung: Das MVZ rechnet die GKV-Leistungen mit der KV Bayern ab. Die Krankenhausträger rechnen gemäß der Budgetvereinbarung mit den Krankenkassen über Fallpauschalen ab. Ferner wird die Vergütung der Leistungen durch Privatliquidationen und durch Erlöse aus der Kooperation mit Krankenhausträgern gesichert. Die sektorenübergreifende Struktur dieses Projektes ermöglicht die Finanzierung von aufwendigeren und personalintensiveren ambulanten Strukturen, welche über die Regelversorgung durch die KV nicht vergütet werden.

    TAGUNGSABSCHLUSS IM PLENUM

    16.45

    Verleihung Förderpreis Forum Managed Care

    17.00

    Synthese: Will sich der Patient überhaupt managen lassen?

    • Lic.phil. Delia Schreiber, Systemischer Coach und Autorin Konzept und Leitung der ersten Fortbildung "Systemisches Patientencoaching" in der Schweiz


    17.15 SYMPOSIUMSENDE & APÉRO

    18.15 MANAGED CARE NETWORKING DINNER