* deutsch mit Simultanübersetzung
** französisch mit Simultanübersetzung 
*** in französischer Sprache

VORMITTAG

8.30

Registrierung & Kaffee

    9.15

    Begrüssung

    • Peter Berchtold, Präsident Forum Managed Care
    • Ellinor von Kauffungen, Moderation

    9.25

    Ansprache

    • Bundesrat Alain BersetVorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern EDI

    9.50

    Best Practice der Integrierten Versorgung in den USA: Kaiser Permanente*

    • Sophia Schlette, MPHGesundheitspolitische Kommunikation und Wissensmanagement, Berlin

    10.15

    Qualität und Best Practice in der Integrierten Versorgung: hält die Evidenz einem kritischen Blick stand?

    • PD Dr. med. Peter BerchtoldLeiter College-M und Präsident Forum Managed Care

    10.40

    eVoting-Umfrage

    11.10 PAUSE

    11.40 Parallelsessions – 1. Teil

    Workshops

    11.40–12.45
    Patientennutzen (Sicherheit und Qualität)
    11.40–12.45

    Implementierung von Best Practice Konzepten in der Praxis

    • Sophia SchletteMPH, Gesundheitspolitische Kommunikation und Wissensmanagement, Berlin
    • Marianne PfisterNetzwerk Centramed/Meconex

    Ausgehend vom Keynote-Referat von Sophia Schlette wird darüber diskutiert, wie Best Practice Konzepte in der Praxis implementiert werden können. Ausgangspunkt ist zum einen Kaiser Permanente (KP): KP ist ein Konsortium aus Krankenversicherung, Klinikbetreiber und Ärzteorganisationen und versorgt 8,7 Millionen Mitglieder in neun US-Bundesstaaten. Dabei kooperieren die Leistungserbringer nicht nur in ihrer täglichen Praxis professionen-übergreifend und über Settings hinweg (Total Health Ansatz). Auch digital verbindet das Netz die medizinischen Fachkräfte untereinander: Über eine gemeinsame IT-Plattform sind Krankenakten für sie einsehbar, und Patienten können über ein integriertes Mitgliederportal Kontakt zu den Fachpersonen aufnehmen und eigene Daten einsehen.

    Zweiter Ausgangspunkt ist dasFuturoChronic Care Management, das unter anderem in ausgewählten Centramed Gesundheitszentren, die von Meconex betrieben werden, implementiert wird. DasFuturoCCM ist ein Hausarzt-basiertes Betreuungsmodell, das speziell qualifizierte Medizinische Praxisassistentinnen in den Betreuungsprozess einbezieht.

    In diesem Workshop werden die Erkenntnisse von Kaiser Permanente reflektiert und mit den ersten Implementierungserfahrungen in den Centramed Gesundheitszentren ergänzt: Welche Patienten und Patienten kommen überhaupt in Frage? Wie motiviert man alle Beteiligten für die Teamarbeit? Wie sind die ersten Erfahrungen mit dem bereits implementierten Betreuungsprogramm Diabetes? Wie organisiert man die Übergänge zu weiteren Leistungserbringern, ins soziale Umfeld, die häusliche Umgebung und den Alltag?

    Projektpräsentationen

    11.40–12.45
    Patientennutzen (Sicherheit und Qualität)
    11.40–12.10

    IBM Health Integration Framework – Grundlage koordinierter Versorgungsprozesse

    • Ulrich PlutaIBM Deutschland GmbH

    Im notwendige Behandlungsinformationen im sektorübergreifenden Versorgungsprozess zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und für die richtige Person verfügbar zu machen, bedarf es der Unterstützung durch komplexe IT Systeme. Standardisierung, eindeutige Zuordnung, Sicherheit und Vertraulichkeit sind nur einige der Anforderungen, die erfüllt werden müssen. Erst wenn es gelingt, diese Anforderungen umzusetzen, kann es zur Akzeptanz bei den Nutzern kommen. Das Health Integration Framework der IBM unterstützt weltweit regionale oder nationale eHealth Projekte für die koordinierte Versorgung von Patienten. Organisationsübergreifende Behandlungspfade und medizinische Leitlinien sollen die Versorgung chronisch kanker Patienten verbessern - und gleichzeitig die Effizienz und Qualtät steigern. Anhand einiger internationaler Beispiele soll gezeigt werden wo und wie Informationstechnologie unterstützen kann, diese Ziele zu erreichen.

    11.40–12.10

    Hotspot Medikamentenmanagement – Sicherheit in der Gesundheitsvorsorge in Heimen

    • Friedemann HesseStiftung für Schwerbehinderte Luzern
    • Balthasar SchmidSee-Apotheke Luzern

    Optimierung des Medikamentenmanagement Pilotprojekt «Modell Titlis» am Beispiel eines Wohnheimes der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern (SSBL).

    Hintergrund: Die SSBL hat seit 2004 ein internes Fehlermeldesystem. Die Auswertung von 2009 ergab, dass, bezogen auf die SSBL ca. 75% aller freiwillig gemeldeten Fehler bei der Medikation auftraten. Im Auftrag der Geschäftsleitung wurde hierfür das Medikamentenmanagements unter Berücksichtigung der Zusammenarbeit der Beteiligten (Pflegefachpersonen, Arzt, Apotheke und Drogerie) im Pilotprojekt Titlis überarbeitet.

    Die wichtigsten Kernpunkte des neuen Medikamentenmanagement: Der Zusammenarbeitsvertrag mit der Vertragsapotheke, das neue Medikamentenblatt, die Verblisterung mit Medifilm, die Umsetzung der 6 R plus Regel und die Einführung der Qualitäts- und Prozessabgabekontrolle unter Einhaltung der Rechtslage.

    Zusammenfassung: Wohnheime und Institutionen sind gegenüber Dritten verantwortlich für korrekte Verabreichung von Arzneimitteln. Dabei sind die gesetzlichen Verordnungen und Auflagen zu berücksichtigen. Die Begutachtung und Analyse des aktuellen Medikamentenmanagement erwies sich als sehr sinnvoll: Sie zeigte umgehend die Schwachstellen in alle wichtigen Bereichen auf. Die Umstellung zeigte die gewünschten Resultate bezüglich einer Senkung der Fehlerrate, Sicherheit in der Abgabepraxis, Reduktion der Lagermenge & eine Ressourcenersparnis um 60%. Die beteiligten Dienstleistern Pflegefachperson, Arzt, Apotheker konnten einen guten Konsens in der Zusammenarbeit erreichen. Der Arzt und Apotheker trägt in Zusammenarbeit mit Wohnheimverantwortlichen, Pflegefachpersonen wesentlich zur Optimierung der Arzneimittelsicherheit und Lebensqualität bei.

    11.40–12.10

    Projekt Leila: ein konkreter Schritt Richtung best practice bei Multimorbidität

    • Maria Müller StaubForschung & Entwicklung Pflege, Institut für Pflege, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW)
    • Renate MonegoStädtische Gesundheitsdienste Zürich
    • Lorenz ImhofInstitut für Pflege, Zürcher Hochschule, Dep. Gesundheit

    Im 2010 gestarteten Projekt Leila -Leben mit Langzeiterkrankung- wird integrierte Versorgung chronisch kranker PatientInnen praktisch gelebt: PatientInnenbefähigung wird kombiniert mit neuen Formen der Zusammenarbeit mit Hausarztpraxen. Leila ist ein Projekt des Gesundheitsnetzes 2025. Der 3-jährige Pilot wird hauptsächlich von der Stadt Zürich und SWICA Gesundheitsorganisation getragen und von Advanced Practice Nurses (APNs) umgesetzt.

    Im Projekt wurden Erfahrungen zur integrierten Versorgung gesammelt, so zur Rekrutierung, zu guter Versorgung bei «Complex Chronic Conditions» oder zum Aufbau multiprofessioneller Praxisteams.
Anhand eines Mixed Method Designs wurde eine Begleitforschung durchgeführt (Forschung & Entwicklung Pflege, ZHAW). Nebst validen Messinstrumenten wurden qualitative Interviews mit PatientInnen, Zuweisenden und APNs eingesetzt. Die Resultate zeigen PatientInnenmerkmale wie Komplexität/Schweregrad der Erkrankungen oder Beanspruchung interdisziplinärer Dienste. Anhand des Instruments «Client-Goal-Categorization» wurden Behandlungsziele festgelegt. Beratungsthemen waren Krankheitserleben, Medikation, Bewegung, Ernährung, Umgang mit dem Kranksein, Symptomkontrolle und Therapiekoordination. Die PatientInnen beurteilten den Einbezug ihrer persönlichen Lebenssituation als besonders gut. Resultate zur Selbstwirksamkeitserwartung und zur Lebensqualität zeigten gute Werte. Die PatientInnen gaben an, 72% der geplanten Selbstpflegehandlungen durchzuführen; 67% dieser erwiesen sich als wirksam. Struktur, Prozess und Ergebnisse ergaben einen Qualitätsindex von 84.1%.

    Die Integration von Leila ähnlichen Angeboten in Praxisteams ist ein sich lohnender Schritt auf dem Weg zu best practice bei steigender Komplexität der PatientInnensituationen.

    11.40–12.10

    Patientenzufriedenheit in einem Netz das sich zum 4.x EQUAM zertifizieren lässt

    • Urs KellerPizolCare AG

    Die EQUAM-Zertifizierung umfasst u.a. auch eine Patientenbefragung. Das Netz PizolCare führte im Rahmen einer 4. Zertifizierung (erstmals 2003, rezertifiziert 2006, 2009 und vorgesehen 2012) diese Befragung im Februar 2012 erneut durch. Über die Resultate dieser Befragung, der Vergleich über die Jahre und die Bedeutung im Rahmen der Netz-Zertifizierung wird berichtet.

    12.15–12.45

    TaskShifting – Eine Erfolgsgeschichte aus der Telemedizin

    • Eduard Helfer, Josef FallerMedi24

    Ausgangslage
    Im Sinne eines TaskShiftings soll medizinisches Fachpersonal bereits einen Grossteil der Anamnese übernehmen. Der Arzt kann sich damit auf die Befundung und Therapie konzentrieren. Diese Stossrichtung ist in vielen Gesundheitssystemen bereits Tatsache und die Vermittlung von medizinischem Fachwissen hilft den Menschen, ihre Situation besser zu verstehen und Eigenverantwortung zu übernehmen.

     

    Zielsetzung
    Die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten, ihm die medizinisch angemessene Behandlung zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu ermöglichen und den Patienten so integrativ zu versorgen.

     

    Methodik
    Erste Ansprechperson für die Telemedizinische Konsultation sind diplomierte, medizinische Fachpersonen mit mindestens 10 Jahren Berufserfahrung, diese führen eine strukturierte Befragung mit Hilfe einer Software (Telephone Advice System) durch. Die daraus resultierenden Dringlichkeitsempfehlungen sind wie folgt: Selbstbehandlung, Routinearztbesuch, Arztbesuch innert 24 Std, ambulanter Notfall und Notfall mit Spitaleinweisung. Den spezifisch geschulten Fachberaterinnen stehen jederzeit (24/7) Ärzte zur Verfügung, um medizinisch komplexe Situationen beurteilen zu können. Bei Medi24 werden jeweils straffe interne sowie auch externe Qualitätssicherungen in verschiedenen Bereichen durchgeführt.

     

    Nutzen/Ergebnisse
    Im Telemedizinischen Konsultationszentrum von Medi24 ist der Patient mindestens gleich sicher aufgehoben wie in anderen medizinischen Institutionen. Zudem wird die Patientensicherheit durch die strukturierte Befragung und die strenge Prozessführung stets sicher gestellt. Die kontinuierlichen schriftlichen Befragungen ergeben eine konstante Patientenzufriedenheit zwischen 91–94 Prozent.

    12.15–12.45

    Die Onlinepraxis – mehr Sicherheit und Qualität in der Hausarztmedizin

    • Andreas Meer, Corina Costeain4medicine AG
    • Adrian WirthnermediX Bern

    Seit dem Herbst 2011 haben mehrere Arztpraxen in der Schweiz eine Onlinepraxis eröffnet.  Die Onlinepraxis ist eine Internetplattform, welche es Hausärzten ermöglicht, ihren Patienten online Konsultationen anzubieten. Das datenschutzkonforme Patientenportal soll dazu beitragen, die Behandlungsqualität der Hausärzte hinsichtlich Sicherheit, Effektivität, Effizienz, Patientenorientierung und Verfügbarkeit zu verbessern.

     

    Die ersten qualitativen Untersuchungen des Angebotes zeigen:

    • Online Konsultationen werden seitens der Patienten ganz selbstverständlich als integrierten Bestandteil einer hausärztlichen Betreuung in Anspruch genommen.
    • Der Konsultationsanlass steht meist im Kontext einer andauernden Erkrankung und einer etablierten Patienten-Arzt-Beziehung.
    • Der Informationsaustausch ist schriftlich, die Kommunikation wird verbindlicher.
    • Die Konsultationszeiten sind kurz. Die meisten Konsultationen können ausschliesslich online abgeschlossen werden.
    • Die Patienten geben spontan Rückmeldungen zum Behandlungsverlauf. Die Kontinuität der Betreuung wird verbessert.
    • Über die Onlinepraxis haben die Patienten Zugriff auf ausgewählte Daten ihrer elektronischen Krankengeschichte. Das ermöglicht dem Patienten und seinem Arzt eine gemeinsame Sicht der verordneten Medikamente und der bestehenden Allergien.
    • Aufgrund des bidirektionalen Datenaustausches zwischen der Onlinepraxis und der Praxissoftware werden die Online Konsultationen ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand lückenlos dokumentiert.

     

    Die Onlinepraxis verändert die Art und Weise, wie Patienten hausärztlich betreut werden. Das Projekt zeigt auf, wie die praxisnahe Einführung einer Technologie zu neuen Formen der Gesundheitsversorgung und zu einer verbesserten medizinischen Behandlungsqualität führen kann.

    12.15–12.45

    Consultation spécialisée en plaies et cicatrisation. Outil du Managed Care***

    • Carolyn Wyndham-WhiteHaute Ecole de Santé
    • Philippe Schaller, Florence BaudoinCité Générations

    Cité Générations – Maison de santé, est un projet pilote qui couvre une population d'environ 60000 personnes. S'appuyant sur les expériences menées au Québec et ailleurs dans le monde, Cité Générations valorise l'intégration des soins, en développant la gestion de cas, sous l'angle de l'interdisplinarité, ainsi qu'une approche partagée des prises en charge médicales (consensus) pour répondre aux besoins des maladies chroniques notamment. L'optique est de satisfaire la demande des usagers par rapport à leurs besoins spécifiques grâce à la présence d'experts (Case Manager) qui soignent, organisent et coordonnent les soins en réseau et ainsi évitent les hospitalisations inappropriées et coûteuses (Disease Management).

     

    Dans l'optique d'apporter à ce réseau une expertise en soins de plaies et cicatrisations, la Haute école de Santé, associée à une coopérative d'infirières indépendantes a créé en 2008 le premier centre de consultations spécialisées dans le domaine à Genève. Dirigée par deux infirmières expertes en soins de plaies et cicatrisation, l'équipe pluridisciplinaire propose une consultation spécifique à tout patient adressé par un médecin prescripteur. L'usager bénéficie d'une prise en charge interdisciplinaire basée sur un jugement clinique pointu et un réseau ressource de médecins spécialistes et de professionnels paramédicaux.

     

    Cet espace qui allie compétences multiples, moyens thérapeutiques modernes et innovants se veut aussi être un terrain d'apprentissage pour les étudiants et les professionnels de la santé. Par ailleurs, cette consultation a la vocation de se placer au coeur d'un réseau de services de soins primaires, qui assume une prise en charge globale et à long terme des patients en collaborant étroitement avec toutes les institutions du canton.

    12.15–12.45

    Integrierte Versorgung von CCD bei PizolCare am Beispiel von Diabetes

    • Urs Keller, Telemachos HatziisaakPizolCare AG

    Ausgangslage: Der Diabetes gehört zu den 5 Chronischen Krankheiten (CCD), denen PizolCare besondere Bedeutung zumisst, da alle 5 für die Betroffenen belastend und volkswirtschaftlich sowie für ein Ärztenetz mit Budgetmitverantwortung ökonomisch bedeutend sind. Strategie bei PizolCare: da die Grundversorger nur 23% der Kosten verursachen ist es für ein solches Netz notwendig die weiteren den Diabetiker entlang dem Behandlungspfad betreuenden Leistungserbringer und die Betroffenen selbst mit in die Verantwortung zu nehmen. Instrumente: Um die mit dem Diabetiker individuell definierten Ziele zu erreichen werden mit allen Partnern und den Betroffenen Schulungen durchgeführt: MPA's: sie können 2x jährlich eine halbtägige Fortbildung zu den 5 CCD's, aktuell zu Diabetes, besuchen. Spitex-/Heime- Fachpersonen: jährliche ganztägige Fortbildung zur Definierung eines gemeinsamen Behandlungspfades, welcher im Spitex-PizolCare-Ordner allen Fachpersonen zur Verfügung steht und reg. Spitex-QZ mit Evaluation der Zusammenarbeitsprobleme. Ärzte-QZ: Definierung eines PizolCare-Patientenpfades als Guideline zur Behandlung des Diabetes nach Referaten von PizolCare preferred Providern zu Diabetes-Teilaspekten. IT: Implementierung eines Diabetes-Monitors in die PizolCare-ASP-eKG, Grundlagenfortbildung: einmal jährlich ein halbtägiges endokrinolog. Symposium mit externen Fachreferenten als «state of the art-Fortbildung». Betroffene: im PizolCare-Schulungsprogramm KOMEKON für Patienten mit Diabetes Informationen von A wie Augenkontrolle bis Z wie Zuckerkontrolle an 5 aufeinenander folgenden Abenden. Ziel: mit diesen Massnahmen soll die Diabetesbehandlung kostenoptimierter, die definierten Ziele besser erreichbar und für den Patienten i.S. mehr Lebensqualität erfolgreicher werden.

    11.40–12.45
    Schnittstellen/Prozesse
    11.40–12.10

    Interprofessionelle Arbeitsteilung in der Grundversorgung

    • Beat Sottas, Sarah Brüggersottas formative works

    Für die Gesundheit wird immer entscheidender, wie der erste Kontaktpunkt zwischen Bürger/Patient und Health Professionals ausgestaltet ist. Die Frage, welche Ansprechstrukturen zukunftsfähig und zweckmässig sind, wird weltweit diskutiert. Dabei werden Konzepte und Modellprojekte entwickelt, die insb. eine interprofessionelle Arbeitsteilungen zwischen Ärzten und Health Professionals mit Hochschul-Abschluss anstreben.

     

    Careum hat das Projekt «Ansprechstrukturen: Perspektivenwechsel und Grenzverschiebungen in der Grundversorgung» finanziert, welches Entwicklung der ambulanten Ansprechstrukturen auf internationaler Ebene dokumentiert und Grenzverschiebungen aufzeigt, wobei auch die Chancen und Risiken thematisiert werden. Zudem wird die Übertragbarkeit auf die Schweiz diskutiert, denn es wird davon ausgegangen, dass im Zuge der Globalisierung neue Versorgungsmodelle auch in der Schweiz Verbreitung finden.

     

    Es zeigt sich, dass vielerorts nicht-ärztliche Health Professionals mit Tertiärabschluss neue Aufgaben in der Grundversorgung übernehmen, dass sich die etablierten Grenzen bei Aufgaben und Zuständigkeiten verschieben und dass neue Rollen und Organisationsmodelle Verbreitung finden. Die Übersicht liefert Gedankenanstösse (u.a. für Forschungen und Modellprojekte) und zeigt Optionen auf, die auch die Schweizerische Managed Care-Diskussion befruchten können. 

    12.15–12.45

    ePrescribing mit hohem Patientennutzen und der Weg zu eMedication

    • Johann Zehntnervisionary AG

    ePrescribing und eMedication sind Themen, die im Rahmen von eHealth Strategien immer wieder auftauchen aber bei der Umsetzung hohe Anforderungen stellen. 

     

    Die Swiss Medical Suite AG, der Projektleiter visionary AG und die Verantwortlichen des eHealth Modellversuchs Nordwestschweiz liessen sich nicht abschrecken – zu gross werden der Nutzen für Patienten und Leistungserbringer gesehen: Seit rund 18 Monaten wurde im Rahmen des eHealth Modellversuchs Nordwestschweiz eine eVerschreibungslösung als breit abgestütztes Projekt erarbeitet, das sich klar als ersten Schritt zu eMedication versteht. Heute ist das eRezept in Basel produktiv, die Integration in die IHE Affinitiy Domain des Modellversuchs ist in Arbeit und damit rückt eMedication Schritt für Schritt näher.

     

    Das Referat zeigt auf, wie es der Projektleiter, visionary AG, verstand, alle wichtigen Stakeholders einzubinden, wie alle Apotheken und Verschreiber technisch und organisatorisch angeschlossen werden können und wie die Überführung in the IHE Welt bewerkstelligt wird. Es wird aufgezeigt, wie Patientennutzen und -sicherheit erhöht werden, wie der telemedizinische Prozess einbezogen wird und was die nächsten Schritte zur eMedication sind. Und nicht zuletzt wird das funktionierende System vorgestellt werden.

    11.40–12.45
    Effizienz
    11.40–12.10

    ShareCare HPI – Vernetzung entlang der Behandlungskette

    • Peer Hostettler, Hubert RütscheBlueCare AG

    Die Integrierte Versorgung bedingt, dass die Akteure ihre Prozesse aufeinander abstimmen und den Nutzen für die Patienten durch eine bessere Kommunikation gemeinsam optimieren können. Über 50 Ärztenetze nutzen deshalb BlueEvidence als Informations- und Administrationssystem für ihre Managed Care-Aufgaben. Mit dem HPI  bietet ihnen BlueCare nun ein zusätzliches, auf die Fachärzte und die Spitäler ausgerichtetes Instrument, welches die Vernetzung  und die Kooperation entlang der Behandlungskette vereinfacht.

     

    «Starten, suchen, informieren, vernetzen, teilen» – mit diesen Kernfunktionen wurde der HPI als Konzept bereits am vergangenen FMC-Symposium vorgestellt. Ein Jahr später ist die Umsetzung erfolgt und es liegen erste Erfahrungen aus dem Pilotbetrieb mit drei Partnern vor.

     

    Im Rahmen der Projektpräsentation bietet BlueCare Einblick in den HPI, zeigt Uses Cases, bei denen sich so mancher Akteur im Gesundheitswesen wiederfinden wird, und reflektiert erste Stimmen zum Pilotbetrieb.

    12.15–12.45

    Der Modellversuch Basel/NWCH und das «Virtuelle Dossier für Ärztenetzwerke»

    • Michael ZieglerH-Net AG

    Das Referat gibt einen Überblick über den Stand des Modellversuchs und zeigt auf, welchen Nutzen das virtuelle Dossier und der gerichtete strukturierte Datenverkehr für Ärztenetzwerke bringen können.

     

    • Der Modellversuch Basel/Nordwestschweiz mit dem Hauptfokus auf dem virtuellen Dossier nach den IHE-Vorgaben von eHealthSuisse läuft bereits seit einem Jahr produktiv und entwickelt sich gut:
    • bis Mitte 2012 werden 4 Spitäler der Region Basel relevante Patientendaten und auch Röntgenbilder im virtuellen Dossier publizieren; ab Mitte 2012 werden auch Ärzte aus ihren Praxissystemen publizieren können
    • 4 Spitäler und zwei Röntgeninstitute tauschen täglich Röntgenbilder elektronisch untereinander aus; alleine im Januar 2012 wurden so rund 1'200 Röntgenbildstudien ausgetauscht und damit wurde der Versand von 1'200 CD/DVD eingespart
    • erste Arztpraxen erstellen elektronische Rezepte, welche dann in zurzeit vier Apotheken ohne Medienbrüche bezogen werden können
    • verschiedene Labors haben den elektronischen Austausch von Labordaten begonnen
      - Zuweiser buchen Termine für Patienten eines Augenzentrums
      - der Kanton Aargau schliesst sich ebenfalls dem Modellversuch Basel/Nordwestschweiz an

     

    Es zeigt sich, dass Ärzte und Ärztenetze, die bereits elektronisch arbeiten, grundsätzlich interessiert sind, das virtuelle Dossier zu nutzen, wenn die Daten sicher, in guter Qualität und zeitnah zur Verfügung stehen. Im Modellversuch Basel/Nordwestschweiz wird man 2012 den Fokus auf diese Attribute legen und in  enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Ärztenetzen den konkreten Nutzen des virtuellen Dossiers für sie evaluieren.

    Projektpräsentationen des Bundesverbandes Managed Care Deutschland (BMC)

    11.40–12.45
    Innovative Konzepte im Versorgungsmanagement: Praxisbeispiele aus Deutschland
    11.40–12.10

    Rückenprogramm mit fokussierter Ansprache und erfolgsorientierter Vergütung

    • Elisabeth Siegmund-SchultzeKrankenkasse KKH-Allianz

    Rückenschmerzen führen häufig zu einer erheblichen Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Betroffenen sowie zu hohen krankheitsbedingten Kosten. Auswertungen der Arbeitsunfähigkeitszeiten seitens der KKH-Allianz ergaben, dass Rückenschmerzen einer der häufigsten Gründe für Erwerbsunfähigkeit sind. Erschwerend kommt hinzu, dass im Alltag Diagnostik und Therapie wenig standardisiert erfolgen und Schnittstellenprobleme zwischen den einzelnen Behandlern eine kontinuierliche und abgestimmte Behandlung der Patienten behindern. 

     

    Um Rückenschmerzpatienten einen gezielten und schnellen Zugang zu einer spezialisierten ambulanten multimodalen Schmerztherapie zu ermöglichen, hat die KKH-Allianz einen Vertrag nach §§ 140 a-d SGB V zur Integrierten Versorgung mit dem Berufsverband der Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) abgeschlossen. Das Programm ist zunächst in fünf Pilotregionen verfügbar und richtet sich an Versicherte, die volljährig und mit der Diagnose Rückenschmerz aktuell seit mindestens vierzehn Tagen krank geschrieben sind. Ausgehend von den Empfehlungen der «Nationalen VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz» wird in enger Zusammenarbeit von besonders qualifizierten Schmerztherapeuten, Psychologischen Psychotherapeuten und Physiotherapeuten für jeden Patienten individuell der effektivste Behandlungsweg ausgewählt. Nicht geeignete medizinische Maßnahmen sollen stattdessen unterbleiben. Wesentliches Ziel der optimierten Versorgung ist es, den Patienten eine möglichst schnelle Schmerzlinderung bzw. Schmerzkontrolle zu ermöglichen und diese langfristig auch zu erhalten. Die Vergütung der Leistungserbringer enthält erfolgsabhängige Komponenten.

    12.15–12.45

    Telemedizinisches Patientencoaching und Versorgungsmanagement in Deutschland

    • Stefan Kottmair, Ruth Philippalmeda GmbH, München

    Im Wettbewerb der Krankenversicherungen nimmt das Thema Versorgungsmanagement auch in Deutschland eine zentrale Position ein. Ziel ist es, den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und zunehmender chronischer Erkrankungen einerseits, sowie den Anforderungen eines immer komplexer werdenden Versorgungsgeschehens andererseits, gerecht zu werden. Patienten-zentrierte Ansätze aus dem Bereich der Telemedizin, wie Patientencoaching und Telemonitoring, können einen wesentlichen Beitrag zum Versorgungsmanagement leisten. Der Vortrag von Dr. Kottmair gibt einen Überblick über den Einsatz telemedizinischer Methoden im Rahmen des Versorgungsmanagements in Deutschland.

    12.45 Stehlunch

    Nachmittag

    14.00

    Best Practice: Integrierte Psychiatrie Winterthur (IPW)*

    • Dr. med. Andreas AndreaeÄrztlicher Direktor, Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland

    14.20

    Managed Care, Integrierte Versorgung, Best Practice: Was erwartet der Patient/die Patientin von einer guten medizinischen Betreuung?*

    • Cristina GalfettiSozialpsychologin, Patientencoach und Betroffene, cg empowerment

    15.10 Pause

    15.30 Parallelsessions – 2. Teil

    Workshops

    15.30–16.30
    Schnittstellen/Prozesse
    15.30–16.30

    Domizilbehandlung in der Physiotherapie: Wunsch und Wirklichkeit

    • Pia Fankhauser, Christian MehrPhysioswiss

    Circa 43% der selbstständig erwerbenden PhysiotherapeutInnen bieten Domizilbehandlung an. Sie gehört damit zum Angebot der Grundversorgung mit Physiotherapie. Ziel ist die optimale Behandlung der Patienten zuhause.

     

    Hindernisse:

    • Zusammenarbeit Spitex-Physiotherapie nicht etabliert
    • Aus- und Weiterbildung thematisieren Domizilbehandlungen und Zusammenarbeit nicht
    • In ländlichen Gebieten ist die pauschale Weg-/Zeitentschädigung von Fr. 31.96 (Modell-Taxpunktwert) nicht kostendeckend
    • In Pflegeheimen auf der kantonalen Liste dürfen keine Domizilbehandlungen abgerechnet werden, auch wenn keine interne Physiotherapie vorhanden ist. Damit droht Unterversorgung.

     

    Lösungsansätze zur Förderung der integrierten Versorgung inkl. Physiotherapie

    • Institutionalisierung der Zusammenarbeit zwischen den behandelnden Leistungserbringern, insbesondere zwischen der Physiotherapie und Spitex.
    • Informationsaustausch regeln
    • Gleichstellung der Entschädigung für Berichte/Telefonate etc. unter den spitalexternen Leistungserbringern

     

    Diskussion

    • Wie erleben die AkteurInnen in der Praxis diese Hindernisse?
    • Wo besteht Verbesserungspotential?
    • Wie könnten interdisziplinäre Lösungsansätze aussehen?
    • Wie lässt sich der Wert der Domizilbehandlung (vs. Stationärem Aufenthalt) quantifizieren?

    PROJEKTPRÄSENTATIONEN

    15.30–16.35
    Patientennutzen (Sicherheit und Qualität)
    15.30–16.00

    Telemedizinisches Betreuungsprogramm bei chronischer Herzinsuffizienz

    • Lars PannickeAnycare

    Herzinsuffizienz

    Die chronische Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten internistischen Erkrankungen. Die Prävalenz liegt bei 2 bis 3%, bei der Gruppe der 70- bis 80-Jährigen sogar zwischen 10 und 20%.

    Eine akute Verschlechterung der Herzschwäche äußert sich durch einen plötzlichen oder schleichenden Gewichtsanstieg, der durch Wasseransammlungen im Körper hervorgerufen wird. Daher wird im Rahmen des Betreuungsprogramms täglich das Gewicht der Teilnehmer kontrolliert.

     

    Telemedizin als Chance

    Zu Beginn des Programms werden die Patienten mit einer telemetrischen Körperwaage ausgestattet.

    Die Patienten wiegen sich täglich. Der Messwert wird vollautomatisch an AnyCare übermittelt. Die übertragenen Daten werden in eine elektronische Teilnehmerakte eingelesen, welche die Grundlage für das durchgeführte Monitoring darstellt.

    Erreicht bzw. überschreitet der Patient einen individuellen Grenzwert, erfolgt ein Interventionsgespräch durch unsere Mitarbeiter. Im Notfall erfolgt die Alarmierung des Rettungsdienstes durch die Betreuer.

    In regelmäßigen Abständen erkundigen sich unsere Mitarbeiter nach dem Befinden des Teilnehmers, erinnern an die Einnahme der Medikamente oder versenden Informations- und Schulungsunterlagen, die auf die spezifischen Probleme des Teilnehmers abgestimmt sind. Das wachsende Krankheitsverständnis kann zu einer wesentlichen Stabilisierung oder sogar Verbesserung der Herzinsuffizienz führen.

     

    Ergebnisse

    Die Evaluation des Programmerfolgs hat ergeben, dass die Krankenhausaufenthalte durch das Programm um 51 Prozent reduziert werden konnten.

    Eine Zufriedenheitsbefragung bei den teilnehmenden Versicherten hat ergeben, dass sich bei 94 Prozent der Teilnehmer die gesundheitliche Situation während des Betreuungsprogramms verbessert hat.

    15.30–16.00

    Treatment of diabetes patients in managed care organisations is more in line with the Chronic Care Model than usual primary care

    • Claudia Steurer-SteyUniversitätsspital Zürich
    • Anja Frei, Thomas RosemannInstitut für Hausarztmedizin, Universität Zürich

    OBJECTIVE: Few studies compare the quality of diabetes care between managed care and non-managed care practices. In this study we assessed the congruency of diabetes care with the Chronic Care Model between managed and non-managed care organisations from a patients’ perspective. 

     

    RESEARCH DESIGN AND METHODS: Cross-sectional survey with two type 2 diabetes populations recruited from different primary care settings in Switzerland. We compared patients from non-managed care with patients from a managed care organisation. We evaluated differences between these primary care settings with the Patient Assessment of Chronic Illness Care (PACIC 5A).

     

    RESULTS: 374 patients completed the PACIC 5A (326 participants from the non-managed care settings, 48 from the managed care organisation). Mean age was 67.8 years (SD 10.7), and 42.6% were female. The average summary score of the PACIC was 3.18 in the non-managed care compared to 3.39 in the managed care sample (p=.072). Managed care patients scored higher than non-managed care participants in 4 of the 5 subscales with significance for goal setting (3.19 ± 0.82 vs. 2.86 ± 0.98, p =.020) and problem solving (3.58 ± 0.88 vs. 3.26 ± 1.22, p=.039). For the 5As analyses, a trend for higher scores existed in patients from managed care with the assist subscale reaching significance (3.42 ± 0.83 vs. 2.98 ± 1.05; p =.002).

     

    CONCLUSIONS: For tailoring the health care system to better quality of care for chronically ills, information on the influence of the healthcare setting is important. Our survey showed that patients with diabetes perceive care from a managed organisation more congruent with the Chronic Care Model. 

    15.30–16.00

    Was gesunde und kranke Versicherte von der integrierten Versorgung erwarten


    • Felix Schneuwlycomparis.ch AG

    comparis.ch AG hat bereits 2010 eine repräsentative Umfrage durchgeführt, um die Sicht der gesunden und kranken Versicherten in die parlamentarische Diskussion über Managed Care einzubringen. Im Hinblick auf die Referendumsabstimmung vom 17. Juni 2012 befragt comparis.ch die Versicherten wieder über die integrierte Versorgung, publiziert die Ergebnisse in der zweiten Maihälfte und präsentiert nach der Volksabstimmung am Symposium des Forums Managed Care vom 21. Juni 2012, insbesondere ja nach Abstimmungsergebnis relevante Auswertungen der Umfrage.

     

    Zentraler Punkt der Umfrage wie auch des Abstimmungskampfs ist das Spannungsfeld zwischen dem Mythos freie Arztwahl ohne Managed Care (Einzelkämpfertum mit Einzelleistungstarifen ohne Mengenbeschränkung) und der integrierten Versorgung mit Koordination und Qualitätsmanagement der medizinischen Leistungen zu Lasten der Grundversicherung mit Managed Care.

     

    Wie vor dem 17. Juni wird sich die integrierte Versorgung an den Bedürfnissen der gesunden und kranken Versicherten orientieren, weil sich innovative Netzwerke und Versicherer mit ihren Angeboten an diesen Bedürfnissen orientieren. Das Resultat der Volksabstimmung über die Rahmenbedingungen im KVG für Managed Care wird lediglich die Zunahme der Marktanteile von Grundversicherten mit Managed Care bzw. die Geschwindigkeit des Strukturwandels beeinflussen.

     

    Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage über die Erwartungen der gesunden und kranken Versicherten an Managed Care geben also unabhängig des Abstimmungsresultats über die Managed Care-Vorlage vom 17. Juni 2012 wichtige Hinweise für die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte Managed Care unter je nach Abstimmungsausgang besseren oder schlechteren Voraussetzungen.

    16.05–16.35

    Die Fallstricke und Herausforderungen von integrierten Versorgungsprogrammen 


    • Friedrich Fichtner, Katja SchäferGesundes Kinzigtal GmbH

    Die Gesundes Kinzigtal GmbH, als Managementgesellschaft der Integrierten Versorgung in Deutschland, wurde bereits im FMC-Kontext vorgestellt und stellt zudem den Inhalt eines weiteren eingereichten Abstracts dar. Ziel der Gesellschaft ist eine optimierte Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung in der Region, die Senkung der Anzahl chronischer Erkrankungen und die Förderung von Prävention.

     

    Dieser Beitrag ist auf die praktische Seite des Modells ausgerichtet. Anhand der beispielhaften Erfahrungen der schon über drei bis vier Jahre laufenden und von uns evaluierten Versorgungsprogramme «Starkes Herz» (Herzinsuffizienz) und «Starke Muskeln – Feste Knochen» (Osteoporose) geben wir Antworten u.a. auf folgende Fragen: 

    • Was können Projektgruppen aus Ärzten, Therapeuten und Medizinischen Fachangestellten leisten, was muss separat organisiert und aufbereitet werden?
    • Was können Leitlinien, Praxisdaten und Statistiken liefern, welchen zusätzlichen Vorteil liefern Krankenkassendaten?
    • Welche Schwierigkeiten bestehen in der Programmumsetzung und was hat sich als wirksam herausgestellt, um hierbei weiterzukommen?
    • Leid und Freud der Zusammenarbeit mit Industriepartnern bei der Programmentwicklung.
    • Die Programmevaluation als Indikator des Erfolgs, welche Methoden lassen sich dafür verwenden?
    • Die Reduktion von Mortalität, Frakturrisiko und Kosten unterstreicht den Gesundheitsnutzen der Patienten.

     

    Durch strukturierte Versorgungsprogramme kann unter Berücksichtigung einiger Restriktionen ein Mehrwert für Patienten geschaffen werden. Durch die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure und die Organisation durch eine zentrale Managementinstanz kann die Qualität der Versorgung gesteigert und infolge dessen eine langfristige Kostenreduktion erzielt werden. 

    16.05–16.35

    Gesundheitsbegleitung 2.0

    • Daniela AmannDie Schwenninger Krankenkasse

    Im Jahr 2009 hat die Schwenninger Krankenkasse im Rahmen eines umfangreichen Projektes das Programm «GesünderLebenPLUS» ins Leben gerufen. Hintergrund der Projektidee war die zunehmende Bedeutung der Krankheitsvermeidung und Kostendämpfung mit Blick auf die demographische Entwicklung und die damit einhergehende Steigerung der Morbidität. Darüber hinaus lag die generelle Überzeugung zugrunde, dass der Fokus weg von der alleinigen Krankheitsversorgung durch die Krankenversicherung hin zu einem Beitrag zur Krankheitsvermeidung gerichtet werden sollte.

     

    In der ersten Entwicklungsstufe zielte das Programm «GesünderLebenPlus» im Rahmen einer Pilotierung darauf ab, den Versicherten in ihrer multimorbiden Krankheitssituation eine Kombination aus Gesundheitsberatung durch medizinisches Personal eines Dienstleisters mit dem Ziel einer Lebensstilveränderung und der Sicherung dieser Lebensstilveränderung durch Gesundheitsbegleiter der Schwenninger Krankenkasse zu bieten. Dabei liegt der Schwerpunkt der Versicherten, die in die Pilotierung einbezogen wurden, nicht nur auf denjenigen für die im Morbi-RSA Zuweisungen fließen, sondern es geht generell darum, alle Krankheitsgruppen zu erfassen, die durch ihr Krankheitsbild hohe Kosten verursachen können und bei denen eine aktive Begleitung einerseits zu höherer Lebensqualität und bestmöglich auch zu Kostenreduzierungen führt.

     

    Der zweiten Entwicklungsstufe liegen nun Erkenntnisse erster Erfolgsmessungen hinsichtlich Kundenzufriedenheit sowie ökonomischem und medizinischem Outcome zugrunde. Hier galt und gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen und neben der Erweiterung des Programmes um zielgerichtete Angebote bspw. der integrierten Versorgung für die Versicherten auch die Maßnahmen zur Krankheitsversorgung hin zur Krankheitsvermeidung auszuweiten. 

    15.30–16.35
    Schnittstellen/Prozesse
    15.30–16.00

    Koordinierte Versorgung: Was berufstätige pflegende Angehörigen brauchen

    • Iren BischofbergerCareum F+E/Kalaidos Fachhochschule Departement Gesundheit

    Wer berufstätig ist und pflegebedürftige Angehörige hat, wurde in der Vereinbarkeitsdiskussion von Beruf und Familie bisher wenig beachtet. Aber die als «work & care» bezeichnete Vereinbarkeit ist im Arbeitsmarkt zunehmend relevant – auch im Gesundheitswesen. Pflegende Angehörige haben wegen der fragmentierten Angebote und zu wenig koordinierten Leistungen oft die Rolle als «wandelnde Patientenakte» oder gar als «inoffizielle Case Manager». Berufstätige Angehörige können dies aus zeitlichen Gründen kaum leisten. Auch für nicht Berufstätige ist der zeitnahe und zielgerichtete Zugang zu Informationen und Dienstleistungen aufwändig. Für die Produktivität am Arbeitsplatz sind berufstätige pflegende Angehörige deshalb ganz besonders auf eine optimal koordinierte Versorgung mit bestens informierten Versorgungsakteuren angewiesen. Hier knüpft ein Nationalfondsprojekt von Careum F+E, dem Forschungsinstitut der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit an. 

     

    Es untersucht zusammen mit drei Praxispartnern (Klinik Barmelweid, Krebsliga Aargau, Lindenfeld – spezialisierte Pflege und Geriatrie) die «work & care» Thematik. Einerseits gibt es Einblick in Vereinbarkeitsarrangements von berufstätigen Angehörigen bei epidemiologisch bedeutsamen Erkrankungen wie Demenz sowie kardialen, neurologischen und onkologischen Krankheitsverläufen in drei unterschiedlichen Versorgungssettings. Andererseits zeigen Daten einer online Umfrage sowie Experteninterviews und Fokusgruppendiskussionen mit Mitarbeitenden der drei Institutionen, dass sie als Berufs- aber auch als Privatpersonen mit Vereinbarkeitsherausforderungen konfrontiert sind. 

     

    Die Präsentation fokussiert, weshalb die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege im Gesundheitswesen heute relevant ist, und wie die Praxispartner das Thema angehen. 

    15.30–16.00

    Integrierte Versorgung: (auch) eine Frage der Logistik

    • Eva Blozik, Jan von OverbeckSchweizer Zentrum für Telemedizin MEDGATE

    Telemedizinischen Dienstleistungen, wie sie vom Schweizer Zentrum für Telemedizin MEDGATE angeboten werden, sind Beispiele für die Verknüpfung von medizinischen Inhalten mit logistischen Aspekten. Den Begriff Logistik verstehen wir im telemedizinischen Umfeld sehr breit und fassen darunter verschiedenste Aspekte der Organisation und der Prozesssteuerung bzw. -optimierung, die die effiziente, evidenzbasierte und sichere Leistungserbringung garantieren sollen. Diese Präsentation beschreibt integrierte telemedizinische Versorgungsmodelle und die Rolle, die Logistik innerhalb dieser Form der Versorgung spielt. Sie gibt einen Ausblick darauf, wie telemedizinische Zentren durch Logistik mit anderen medizinischen Leistungserbringern vernetzt werden können. Relevante Gesichtspunkte, die Versorgung zu integrierter Versorgung machen, sind hier u.a. die fallbezogene Terminkoordination oder der Transfer von medizinischer Information von einem Leistungserbinger zum nächsten.

    16.05–16.35

    Gemeinsames Engagement für den Generationenwechsel

    • Thomas Kerkerhawadoc AG

    So mancher Hausarzt steht vor der Pensionierung und sucht eine Praxisnachfolgerin oder einen Praxisnachfolger. Doch die klassische Praxisübergabe wird immer mehr zum Auslaufmodell. Zusammenarbeit, flexible Arbeitszeiten und wirtschaftliche Nutzung der Praxisinfrastruktur sind die treibenden Kräfte dahinter.

     

    Praxispartnerinnen und Praxispartner sowie Praxisnachfolgerinnen und Praxisnachfolger sind gesucht und viele Ideen scheitern daran, dass sich niemand finden lässt. Darum sollte für die Suche genügend Zeit eingeplant und falls nötig Unterstützung beigezogen werden. Grundsätzlich gilt: Für die erfolgreiche Nachfolgeregelung braucht es die Generationen übergreifende Vernetzung. Und dazu muss jede und jeder Einzelne einen Beitrag leisten.

     

    Das hat sich die hawadoc AG zusammen mit den ihr angeschlossenen Ärztenetzen zu Herzen genommen. Verschiedene Konzepte und Projekte haben zum Ziel, die Situation bezüglich Praxisnachfolge zu verbessern. Die bereits heute starke Vernetzung der Ärztinnen und Ärzte ist die Basis dazu und die Vernetzung zwischen den Generationen wird gestärkt. Im Zentrum dieser Initiativen stehen stets die Zusammenarbeit, flexible Arbeitsmodelle und die Nutzung von Synergien. Also die prägenden Elemente modernen Arbeitens. Und natürlich muss den zukünftigen Generationen der Schritt in die Selbständigkeit ganz grundsätzlich zu attraktiven Bedingungen ermöglicht werden.

     

    An einem konkreten Beispiel zeigt die hawadoc AG, wie schrittweise Erfolge erzielt werden können. Dazu braucht es keine grossen finanziellen Mittel. Viel wichtiger sind die Vernetzung und das Engagement jeder und jedes Einzelnen.

    16.05–16.35

    Prozesse, Schnittstellen und Patientensouveränität

    • Christoph J. RupprechtAOK Rheinland/Hamburg – Die Gesundheitskasse

    15.30–16.35
    Effizienz
    15.30–16.00

    Erfolge mit freier Arztwahl und ohne Risikoselektion am Beispiel Kinzigtal

    • Helmut HildebrandtOptiMedis AG + Gesundes Kinzigtal GmbH
    • Alexander PimperlOptiMedis AG
    • Christian DaxerGesundes Kinzigtal GmbH

    Integrierte Versorgung und freie Arztwahl und Verzicht auf Risikoselektion ist kein Widerspruch! Im Kinzigtal (Südbaden) versorgen wir mit der Gesundes Kinzigtal GmbH (zu zwei Drittel im Mehrheitsbesitz der dortigen Ärzte) ca. 30.000 Versicherte zweier Krankenkassen (AOK und LKK) mit einer optimierten Integrierten Versorgung auf der Basis einer Budgetmitverantwortung.

     

    Die freie Arztwahl ist dort unangetastet, wir sind für die Gesamtkosten aller Versicherten zuständig (auch wenn diese sich woanders behandeln lassen) und dennoch erzielen wir herausragende qualitative und wirtschaftliche Ergebnisse. Dazu investieren wir in erheblichem Maße in lokal angepasste Versorgungsprogramme. Im weiteren Unterschied zu vielen MC oder IV-Modellen in der Schweiz verfügen wir dort über die pseudonymisierten Abrechnungs - und Leistungs-, wie ICD-Daten der Krankenkassen für alle 30.000 Versicherten (in Deutschland erhalten die Kassen jetzt schon alle Daten).

     

    In der Präsentation geben wir einen Einblick in die Arbeit und stellen Ergebnisse aus der Evaluation der Versorgungsprogramme und der Gesamtwirtschaftlichkeit und die daraus erfolgende Honorierung der Leistung der Gesundes Kinzigtal GmbH dar.

    16.05–16.35

    Das AAA-Projekt: Mehr Zeit für Patienten dank Assistent des Assistenzarztes

    • Jolanda Contartese, Michael Egloff, Jürg Hans BeerKantonsspital Baden

    Einleitung

    AbteilungsärztInnen (AA) im Spital sind qualifizierte, teuer ausgebildete MitarbeiterInnen. Sie verwenden jedoch einen inakzeptabel hohen Anteil ihrer Arbeitszeit für administrative Arbeiten. Dies führt speziell bei der laufenden Reduktion der Arbeitszeiten zu immer weniger Zeit am Patientenbett. Entsprechende Gegenmassnahmen müssen ergriffen werden.

     

    Hypothese: Der Einsatz von medizinischen PraxisassistentInnen in der Funktion als AssistentInnen für AbteilungsärztInnen (AAA) auf den Bettenstationen reduziert den Zeitaufwand für administrative Arbeit, erhöht die Zufriedenheit und verbessert die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den zuweisenden Ärzten.

     

    Methoden

    2 gleich grosse Abteilungen innerhalb des Departements Medizin mit je 52 Betten, betreut von je 4 AA, wurden verglichen, Abteilung 1 mit AAA-Unterstützung (=Interventionsabteilung), Abteilung 2 (=Kontrollabteilung) ohne AAA. Zwei Monate später wurde die objektive (Arbeitszeiterfassung, Dokumentation des Zeitaufwands für sämtliche Tätigkeiten) und subjektive (7 Fragen, Analogskala 1–10) Arbeitsbelastung der beiden Stationen gemessen und verglichen.

     

    Resultate

    Auf der Interventionsabteilung wurden alle sieben Fragen durch die AA deutlich besser benotet (7±2) als auf der Kontrollabteilung (3±2). Durchschnittlich arbeiteten die AA auf der Abteilung 1 eine Stunde pro Tag weniger als auf der Abteilung 2. Insgesamt konnten so die Überstunden auf der Abteilung 1 um 80h/Monat reduziert werden.

     

    Schlussfolgerung

    Der Einsatz von AAA zur administrativen Unterstützung senkt die Arbeitszeit, den Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten und erhöht die Arbeitszufriedenheit der Abteilungsärzte. Durch Steigerung der Arbeitsqualität der AA und Erweiterung der Kompetenzen der AAA erscheint die Kosteneffektivität möglich.

    16.05–16.35
    Abgeltungssysteme
    16.05–16.35

    Unter der Lupe: Finanzielle Erfolgsbemessung von Ärztenetzen

    • Peter Sautereastcare AG
    • Cyrill RüeggBlueCare AG

    Bilden Modelle zur finanziellen Erfolgsbemessung die Leistung der Ärztenetze korrekt und hinreichend ab? Die drei Managed Care Organisationen eastcare, hawadoc und argomed wollten es genau wissen und haben BlueCare mit einer Analyse der sich im Einsatz befindenden Berechnungsmethoden beauftragt:

     

    Verträge zwischen Versicherer und Managed Care Netzen sehen in vielen Fällen eine Budget-Mitverantwortung vor, welche in ein Bonus-Malus-System mündet. Grundlage für diese Erfolgsbeteiligung ist das sogenannte Netzergebnis, dessen Berechnung in den einzelnen Verträgen unterschiedlich und nicht in allen Details geregelt ist. Im Fall der drei Managed Care Organisationen wiesen die Ergebnisse vieler Ärztenetze starke Schwankungen auf der Zeitachse auf. Diese Schwankungen konnten nicht in Kausalzusammenhang zu den tatsächlichen Leistungen und Aktivitäten der Ärztenetze gebracht werden, was zu einer unbefriedigenden Situation geführt hat und eine Analyse der Erfolgsbemessungs-Methoden notwendig machte.

     

    Die Analyse, welche auf Systemabrechnungen ausgewählter Krankenkassen und auf BlueEvidence-Daten über eine Zeitraum von 3 Jahren hinweg basiert, brachte beispielsweise zu Tage, dass nur schon kleinere Abweichungen eines einzelnen Berechnungsfaktors  ein ursprünglich negatives Netzergebnis ins Gegenteil kehren kann. Diese und weitere Erkenntnisse zeigen auf, dass zwar stets eine möglichst genaue und realitätsnahe Berechnung angestrebt wird, dass sich Versicherer und Ärztenetze aber der Grenzen der Berechnungsmechanik stets bewusst sein müssen. Die Projektpartner kommen zudem zum Schluss, dass mittelfristig die rein finanzielle Erfolgsbemessung um nichtfinanzielle Messgrössen ergänzt werden sollte und verstärkt auch die Dimension «Kunden-/Patientennutzen» in geeigneter Form in die Beurteilung einfliessen sollte.

    PROJEKTPRÄSENTATIONEN DES BUNDESVERBANDES MANAGED CARE DEUTSCHLAND (BMC)

    15.30–16.35
    Innovative Konzepte im Versorgungsmanagement: Praxisbeispiele aus Deutschland
    15.30–16.00

    Betriebliches Gesundheitsmanagement – Ein Muss für jedes Unternehmen

    • Uwe Bannenberg, Daniela FriedrichsWolfsburg AG

    Bereits vor einigen Jahren diskutierten Unternehmer darüber, dass es wichtig wäre in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu investieren. Heute ist es ein Muss. Der demografische Wandel stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Das Durchschnittsalter der Belegschaft steigt. Hinzu kommt die «Rente ab 67». Somit muss es Ziel jedes Unternehmens sein, die Mitarbeiter so lange wie möglich gesund und fit zu halten. Weiterhin ist bereits jetzt der Wettbewerb um hochqualifizierte Nachwuchskräfte ausgerufen. Fachkräfte müssen an ihr Unternehmen gebunden und das Wissen und Know-how der älteren Belegschaft gesichert werden.

     

    Betriebliches Gesundheitsmanagement leistet dazu den entscheidenden Beitrag. Aktuell ist betriebliches Gesundheitsmanagement nicht ausreichend in der Unternehmenskultur verankert. Oft handelt es sich nur um einzelne Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung wie Rückenschul- sowie Stressbewältigungskurse, Gesundheitstage und -wochen, ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze sowie Schulung der Mitarbeiter, Kampanien zur gesunden Ernährung und zum rauchfreien Unternehmen. Betriebliches Gesundheitsmanagement muss jedoch in den Leitlinien, Strategien und Zielen eines Unternehmens fixiert werden. Eine Kultur der Achtsamkeit ist erforderlich. Die Schlüsselfunktion kommt der Unternehmensleitung sowie den entsprechenden Führungskräften zu.

     

    Operativ soll sich die Implementierung des betrieblichen Gesundheitsmanagements an den klassischen PDCA-Zyklus orientieren. Somit ist eine Nachhaltigkeit gegeben und der Erfolg gesichert.

    16.05–16.35

    Mehrwertverträge zwischen Industrie und Kassen – wie relevant ist die Patientenperspektive?


    • Schönermark MatthiasSKC Beratungsgesellschaft mbH

    Der deutsche Gesetzgeber hat in den letzten beiden Legislativrunden Steuerungselemente und Versorgungsformate in das Gesundheitswesen eingeführt, die es sowohl gesetzlichen Krankenkassen als auch Industrieunternehmen erlauben sollen, direkt miteinander Verträge zur Gestaltung neuer Versorgungsprozesse (sog. «Mehrwertverträge») zu schließen. Der Interessenausgleich, der in diesen Verträgen ermöglicht werden soll, bezieht die Patienten bzw. Versicherten als Subjekte und Objekte der Versorgung mit ein, oftmals aber ohne deren jeweilige Perspektive systematisch erhoben zu haben.

     

    Mithilfe qualitativer Befragungen und ganztägiger Workshops mit unterschiedlichen Vertretern deutscher Patientenorganisationen haben wir die Konditionen für patientenzentrierte Mehrwertverträge erarbeitet und gemäß ihrer Bedeutung hierarchisiert. Weiterhin haben wir an ausgewählten Beispielen aktuell geschlossener Verträge erarbeitet, inwieweit diese Verträge den von den direkt Betroffenen erarbeiteten Kriterien genügen. Das Ergebnis dieses Vergleichs ist ernüchternd. Nur einzelne Verträge scheinen tatsächlich einen auch vom Patienten wahrnehmbaren bzw. für ihn bedeutungsvollen Mehrwert generieren zu können. Gleichwohl gelang es, eine Checkliste für patientenseitig als «wertvoll» erachtete Vertragskonstrukte zu generieren, die in das Design zukünftiger Strukturen einfließen könnte, um so der Intention des Gesetzgebers, innovative Systemelemente erfolgreich in den Markt einzuführen, adäquat nachzukommen.

    16.45

    Verleihung Managed Care Förderpreis 2012

    17.00 Apéro und Ausklang

    Rahmenprogramm

    18.15
    Managed Care Networking Dinner im Restaurant «Die Giesserei» mit Esther Hasler
    18.15

    Managed Care Networking Dinner

    Wir freuen uns, Sie zum Ausklang erneut in der «Giesserei» in Zürich-Oerlikon begrüssen zu dürfen. Pflegen Sie Ihre Kontakte zu Kunden und Geschäftspartnern und lassen Sie sich von der Künstlerin Esther Hasler begeistern.