Tagungsprogramm

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*** in französischer Sprache

PROGRAMM VORMITTAG

8.30

Begrüssungskaffee

9.15

Begrüssung

  • Peter Berchtold, Präsident Forum Managed Care
  • Ellinor von Kauffungen, Moderation

9.25 (*)

Vertikale Integration - der Blick über den Tellerrand

  • Jens Alder, Verwaltungsratspräsident Sanitas Krankenversicherung

9.50 (*)

Vertikale Integration aus der Perspektive des Zentrumsspitals

  • Benno Fuchs, Direktor Luzerner Kantonsspital

10.15 (**)

Soins Intégrés: un nouveau modèle pour la médecine de famille

  • Dr. méd. Philippe Schaller, Fondateur Groupe Médicale d'Onex,
    Réseau de Soins Delta

10.40

Diskussion, eVoting-Umfrage Vertikale Integration

11.10 Pause

11.40 Parallelsessions - 1. Teil

Workshops

11.40 - 12.45
Schnittstellen, Prozesse
11.40 - 12.10

Vertikale Integration von Spezialisten und Spitälern

  • Dr. med. Felix HubermediX zürich
  • Dr. med. May FroschmediX zürich

In einem Workshop sollen verschiedene Möglichkeiten der Integrierten Versorgung in der Schweiz aufgezeigt werden. Bei der Integration von Spezialisten und Spitälern in Ärztenetze können verschiedene Organisationsformen gewählt werden. mediX zürich wählt den Weg der Prozessintegration mit genauer Schnittstellendefinition und vertraglichen Vereinbarungen mit dem ambulanten und stationären Sektor. Wir gehen davon aus, dass die Steuerung in integrierten Versorgungsnetzen von einem Generalunternehmer, dem Grundversorger, übernommen werden soll. Für die Behandlung der multimorbiden Patienten ist der Hausarzt die wichtige Vertrauensperson. Der Hausarzt koordiniert die Spezialisten und arbeitet mit einem Netz von bevorzugten Leistungserbringern und Spitälern zusammen. Ausnahmen vom Primärarztsystem (wie Päditarie, Ophthalmologie, Gynäkologie) sind möglich, sollen aber bei den Folgekosten vom Primärarzt kontrolliert werden können.

12.15 - 12.45

Integration von Stationär über Physios zu Spitex und Patienten

  • Dr. med. Urs KellerPizolCare AG

Integrierte Versorgung bedeutet gemeinsame medizinische Versorgung mit definierten und von allen Partnern anerkannten Zielen durch formalisierte, verbindlich geregelte Zusammenarbeit. Die Ergebnisse werden möglichst gemessen und sichtbar gemacht. Dies alles geschieht durch direkte und anhaltende Kommunikation untereinander, wobei die Leitung durch Koordination und nicht durch Direktiven erfolgt, die Zusammenarbeit sich weiterentwickeln und die Struktur der Leistungserbringergruppen autonom bleiben kann. Die vertikale Integration bei PizolCare soll an diesen Kriterien beurteilt und Problempunkte diskutiert werden: Mit folgenden Partnern bestehen Verträge, welche klar definierte Regeln betr. Zuweisung und Rückweisung, den Informationsfluss, die Weiterentwicklung und Überprüfung sowie die Vereinbarung von Projekten beinhalten:

  • Stationär: mit der Spitalregion, mit den SG psychiatrischen Diensten sowie den Reha-Kliniken Valens.
  • Physios: mit der eigens zur Zusammenarbeit mit PizolCare gegründeten Vereinigung der Physiotherapeuten.
  • Spezialisten: mit den praktizierenden PizolCare-Spezialärzten für Psychiatrie und Psychotherapie, welche sich im Verein P&PP formierten.

Kooperationen bestehen durch von PizolCare finanzierte Koordinatoren:

  • Spitex: 2 Spitex-Fachfrauen sind verantwortlich für QZ und Pflegeleitlinien, die zu den 5 CCD Herzinsuffizienz, COPD/Asthma, Diabetes, Mental Health und Schmerz/End of Life erarbeitet wurden.
  • MPA‘s: in 2 MPA-QZ werden Verbesserungen bei den Schnittstellen Patient-Arzt-Praxis-Spitex diskutiert.
  • Patienten: im Patientenbeirat werden die Patienteninteressen erforscht und fliessen in die Entscheidfindung ein.

Projektpräsentationen

11.40 - 12.45
Effizienz
11.40 - 12.10

Master Patient Index (MPI) am Bespiel «eHealth Regio Basel/Lörrach»?

  • Michael ZieglerH-Net AG
  • Sandra EpperIBM Schweiz AG

Das Projekt «eHealth Regio Basel/Lörrach» ist ein offizieller Modellversuch gemäss der eHealth-Strategie von Bund/Kantonen. Die Zielsetzung lautet: Umsetzung eines IHE-Modellversuchs nach den Vorgaben Bund/Kantone mit den Prozessen «Überweisung, Austritt, Röntgenbild- und Labordaten-austausch, eRezept sowie dem virtuellen Dossier».

Um einen Datenaustausch nach IHE überhaupt aufbauen zu können, muss der Patient  eineindeutig identifiziert werden und über eine gemeinsame ID (Global-ID) verfügen. Ist dies gegeben, so können die eHealth-Prozesse etabliert werden.

Die Analyse der Ausgangslage zeigte rasch, dass die Identität eines Patienten teilweise nicht einmal intern klar festgestellt werden kann, weil

  • sehr viele unterschiedliche EDV-Systeme im Einsatz sind,
  • die einzelnen Organisationseinheiten intern sehr autonom operieren und
  • Organisationseinheiten mit bestehender EDV dazugekommen sind.

Damit musste zuerst ein überregionaler Master Patient Index aufgebaut werden. Die Firma H-Net AG hat mit dem IHE MPI von Initiate (IBM) innert 3 Monaten einen regionalen MPI aufgebaut, der auf der Likelihood-Methode beruht, ein Maximum an Automatisierung bietet und ohne Eingriffe an den bestehenden Software-Systemen auskommt! – diese massgebenden Vorteile haben  unabhängig von Basel rasch auch eine grössere Versicherung bewogen, rasch mit einem eigenen MPI-Projekt zu starten. Im Folgenden berichten wir über die konkreten Erfahrungen mit der MPI-Basiskomponente.

11.40 - 12.10

Helsana und Medgate treffen ein Kundenbedürfnis

  • Corinne AchermannHelsana Versicherungen AG
  • Dr. med. Timo RimnerSchweizer Zentrum für Telemedizin Medgate

Helsana bietet seit dem 01.01.2011 das neue Managed-Care-Produkt BeneFit PLUS an. Wie bei jeder Hausarztversicherung verpflichten sich die Versicherten, bei gesundheitlichen Problemen zuerst den von ihnen gewählte Gatekeeper aufzusuchen, der die Behandlung koordiniert und finanziell mitverantwortet. Neu ist, dass die Koordinationsfunktion nicht nur von niedergelassenen Ärzten und Gruppenpraxen, sondern auch vom Schweizer Zentrum für Telemedizin Medgate übernommen werden kann. Medgate bietet ihren Patienten 7 x 24 Stunden Zugang zu ärztlicher Behandlung via Telefon. Diese Flexibilität wird von den Versicherten geschätzt und entspricht einem Kundenbedürfnis, was die ersten Abschlusszahlen eindrücklich zeigen.

Im Unterschied zu den meisten bekannten Telmed-Modellen ist bei BeneFit PLUS die Beratung durch Medgate obligatorisch. Der zuständige Medgate-Arzt legt den optimalen Behandlungsverlauf verbindlich fest. Das kann eine Selbstbehandlung sein, aber auch die Überweisung an den geeigneten Facharzt für weitergehende Untersuchungen. Im Sinne eines Managed-Care-Produktes wird der Patient in allen Bereichen geführt. Hierzu gehören auch Disease-Management-Programme und Case Management. Das Modell eignet sich vor allem für Versicherte, die nicht an einen spezifischen Hausarzt gebunden sein möchten. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Versicherten sich bewusst für Medgate entschieden haben und die Beratung und die Koordination der Behandlung schätzen.

Medgate und Helsana stellen den Ablauf einer ärztlichen Beratung vor und berichten von ersten Erfahrungen und den geplanten weiteren Massnahmen zur Integration der Behandlung.

12.15 - 12.45

Gesundheitseffizienz - mehr als Sparmedizin!

  • Helmut HildebrandtOptiMedis AG
  • Dr. med. Horst MichalekGesundes Kinzigtal GmbH

Die effizienteste Prävention, die schnellstmögliche Heilung und die bestmögliche Bewältigung bzw. einen entsprechenden Umgang mit bestehenden Erkrankungen zu erreichen muss das heutige Ziel der Medizin sein. Niedrige Gesamtkosten der Versorgung kann dafür ein Indikator sein, es könnte aber auch ein Zeichen für Mangelversorgung sein. Ob ein regionaler Gesundheitsverbund effizient arbeitet und das obige medizinische Ziel erreicht oder sich zumindest diesem Ziel nähert, benötigt deshalb mehr Vergleichsdaten als "nur" die Referenzkosten.

Im Projekt "Gesundes Kinzigtal", das jetzt auch in verschiedenen Regionen Deutschlands ähnlich parallel entwickelt wird, ist ein Evaluationsinstrumentarium entwickelt worden, das die Über-, Unter- und Fehlversorgung in einer großen Vergleichsgruppe in Baden-Württemberg mit den Daten aus dem Kinzigtal (ca. 30.000 Versicherte) seit nun 5 Jahren vergleicht. Die Autoren (der Ärztliche Sprecher und der Geschäftsführer) beschreiben die konkrete Arbeit, analysieren die wirtschaftlichen Erfolge und stellen die Evaluationsergebnisse vor.

12.15 - 12.45

Effizienzsteigerung in der Behandlungskette dank Social Media

  • Peer HostettlerBlueCare

Millionen Menschen nutzen täglich das Internet, um sich zu informieren, zu kommunizieren und um zusammenzuarbeiten. Die heutigen Angebote unterstützen die Nutzer in der gegenseitigen Kommunikation und im interaktiven Austausch von Informationen. Web 2.0 oder Social Media hat sich im privaten Umfeld habitualisiert. Nun erobern die neuen Medien und Technologien den Geschäftsalltag. Mehr und mehr Unternehmen erkennen die Leistungsfähigkeit und den Effizienzgewinn der webbasierten Zusammenarbeit.

Effektive und effiziente Zusammenarbeit entlang der Behandlungskette ist nur möglich, wenn alle beteiligten Akteure die notwendigen Informationen haben. Einfacher, schneller Zugriff, Aktualität der Information und Reduktion von Redundanzen sind dabei die kritischen Stichwörter.

BlueCare konzipiert mit dem Health Professional Index (HPI) aktuell ein B2B-orientiertes Social Media-Tool. Der HPI vernetzt Leistungsbringer und ermöglicht die Vereinfachung der Kooperation entlang der Behandlungskette. Im Rahmen der Projektpräsentation gibt BlueCare Einblicke in angewandte vertikale Integration - von der Analyse zur praktischen Umsetzung.

11.40 - 12.45
Technologie
11.40 - 12.10

«Analytics» im Gesundheitswesen

  • Kai HöhfeldIBM Schweiz AG
  • Sandra EpperIBM Schweiz AG

Im Gesundheitswesen führen der hohe Einsparungs- und Wettbewerbsdruck sowie medizinische Neuerungen und der demographische Wandel zu tiefgreifenden Strukturveränderungen:

Zusätzlich erschweren komplexe diagnostische und wirtschaftliche Datenströme das Treffen von richtigen Entscheidungen in angemessener Zeit. Die IBM Lösung Klinische Analytik ermöglicht es Chefärzten in Fachabteilungen sowie Mitarbeitern des Qualitätsmanagements und Medizin-Controllings schnelle, effiziente Entscheidungen für klinische als auch medizinische Fragestellungen zu treffen. Durch einen effektiven Case Mix Index, DRG Codierungen und verbesserte Behandlungspfade wird außerdem eine Qualitätssteigerung, Erlösoptimierung und Kostenreduzierung ermöglicht.

Kliniken und forschende Institutionen erlangen ein Verständnis für wesentliche medizinische und wirtschaftliche Kennzahlen und Prozesse und können wichtige Entscheidungen schneller fällen.
Schwerpunkte der IBM Lösung Klinische Analytik sind:

  • DRG Berichtswesen: Übersicht über die aktuelle und prognostizierte Erlössituation; DRG Dokumentation zur Erlössituation; Detailanalyse der Erlössituation und deren Veränderung.
  • Fallvisualisierung: Erkennen von Auffälligkeite im organisatorischen Ablauf der Behandlung und Identifikation von Optimierungspotential.
  • Qualitäts- und Jahresbericht: Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen; Recherche-Leistungsspektrum einer Klinik durch potentielle Patienten.
  • Rekrutierungsunterstützung für klinische Studien: Unterstützung Studienpersonal bei der zeitnahen Rekrutierung von Patienten.

Die Lösung ist als personalisiertes Portal (Cockpit / Dashboard) aufgebaut; Die Generierung von Detailinformationen ist auf Knopfdruck verfügbar. Die Skalierbarkeit der Lösung hinsichtlich weiterer medizinischer / finanzspezifischer Kennzahlen ist gegeben.

12.15 - 12.45

Onlinepraxis - hausärztliche Patientenbetreuung im Internet

  • Dr. med. Andreas Meerin4medicine AG
  • Dr. med. Adrian WirthnermediX bern

Ausgangslage: Jüngere sowie chronisch kranke Patienten wünschen nicht nur im Sprechzimmer sondern auch online ärztlich betreut zu werden. Das Projekt Onlinepraxis hat zum Ziel ein Internetportal zu entwickeln, welches:

  • die digitale Vernetzung zwischen Patienten und Ärzten unterstützt und eine datenschutzkonforme ärztliche Patientenbetreuung im Internet ermöglicht.
  • eine technologische Basis für eine optimierte Betreuung chronisch kranker Patienten bildet.
  • mit der Praxissoftware und der elektronischen Krankengeschichte integriert werden kann.

Projektbeschrieb: Das Projekt wurde 2008 gestartet. Bis Ende 2011 umfasst die Onlinepraxis die folgenden Funktionen: Online Konsultation, Online Administration, Online Resultat und Online Patientenpass. Im April 2011 wird  eine erste Benutzergruppe von mediX bern den Betrieb mit den Basisfunktionen der Onlinepraxis aufnehmen.

Nutzen und Ausblick: Die Onlinepraxis ist ein patientenfreundliches Angebot, welches die Betreuung durch den Arzt in der Sprechstunde ergänzt. Der schriftliche Informationsaustausch erhöht die Verbindlichkeit und die Sicherheit. Die Onlinepraxis ermöglicht sowohl dem Patienten wie auch dem Arzt mehr zeitliche und räumliche Flexibilität. Über den Online Pass können die Patienten direkt auf die ärztlich validierten und  aktualisierten Gesundheitsdaten ihrer elektronischen Krankengeschichte zugreifen. Die Möglichkeit überall und jederzeit die eigene Krankenakte einzusehen, entspricht einer zeitgerechten Patienten-Arzt-Beziehung.

Die aus dem Betrieb der Onlinepraxis hervorgehenden Erkenntnisse werden in die laufende Debatte zur eHealth-Strategie des Bundes eingebracht.

11.40 - 12.45
Patientennutzen (Sicherheit und Qualität)
11.40 - 12.10

Fachärztliche teledermatologische Konsultation über das Internet

  • Dr. med. Josef FallerMedi24

  • Fragestellung, Ziel des Projektes 

Hautprobleme nehmen zu. Dies zeigt sich auch im telemedizinischen Konsultationszentrum von Medi24. Häufig dauert es heute rund sechs bis acht Wochen, bis Patienten einen Termin beim Dermatologen wahrnehmen können. Das verunsichert Patienten, sie wissen oft nicht, was sie tun sollen. 

  • Vorgehen 

In der Dermatologie reichen Fotos der Hautveränderung und ein Gespräch zwischen Patient und Arzt oft aus, um eine Diagnose zu stellen. Medi24 entwickelte mit www.teledermatologie.ch eine Plattform, über die Patienten eine rasche und diskrete Beratung zu ihrem Hautproblem erhalten. Die Handhabung ist einfach: Der Patient fotografiert die Hautveränderung mit einer Digitalkamera, meldet sich auf der Plattform www.teledermatologie.ch an und lädt seine Bilder hoch. Ein Medi24-Arzt kontaktiert den Patienten am nächsten Werktag telefonisch. Der Arzt stellt wenn möglich die Diagnose, leitet die Therapie ein oder empfiehlt eine fachärztliche Abklärung. Die teledermatologische Konsultation wird von der Grundversicherung bezahlt.

  • Resultate

Die schnelle Beratung durch einen Arzt gewährleistet, dass Krankheiten frühzeitig erkannt, kostenintensivere Behandlungen vermieden und Ängste bei den Patienten abgebaut werden. Eine dermatologische Konsultation kostet heute durchschnittlich hundert Franken. Mit der telemedizinischen Konsultation über www.teledermatologie.ch werden die Kosten um die Hälfte auf fünfzig Franken gesenkt. Neben der raschen Verfügbarkeit einer dermatologischen Beratung können die Kosten somit tief gehalten werden.

12.15 - 12.45

Hot Spots der Patientensicherheit in der Grundversorgung

  • Dr. Katrin GehringStiftung für Patientensicherheit
  • PD Dr. David SchwappachStiftung für Patientensicherheit

Bisher lagen für die Schweiz keine systematischen Daten zur Patientensicherheit in der Grundversorgung vor. Die Stiftung für Patientensicherheit hat daher 2010 gemeinsam mit Praxis-Partnern eine Untersuchung der spezifischen Gefahrenbereiche in der ambulanten Versorgung durchgeführt. Dafür wurden insgesamt 633 Hausärzte und medizinische Praxisassistentinnen (MPAs) aus 12 Schweizer Ärztenetzwerken befragt.

Der standardisierte Fragebogen gliederte sich in 1. soziodemographische Angaben zu den Praxen und Studienteilnehmern, 2. kritische Ereignisse in den Praxen, sog. Hot Spots, sowie 3. Beurteilung des Sicherheitsklimas. Der Rücklauf lag bei Ärzten und MPAs bei 50%.

Die  Selbstbericht-Daten geben detailliert Aufschluss darüber, welche kritischen Ereignisse in den Praxen am häufigsten auftreten und mit welcher Schadensfolge sie für Patienten verbunden sind. Zu den am häufigsten berichteten Ereignissen gehören (a) unvollständige/nicht verfügbare Patientendokumentation, (b) nicht oder nicht rechtzeitig durchgeführte indizierte Untersuchungen und (c) das Nicht-Verordnen eines notwendigen Medikaments. Kritische Ereignisse mit den schwersten Auswirkungen sind (i) Fehler bei der Diagnosestellung oder eine verspätet gestellte Diagnose, (ii) falsche oder fehlerhafte Abgabe/Verordnung eines Medikaments sowie (iii) das Nicht-Erkennen eines dringlichen Patientenanliegens bei Kontaktaufnahme. Die Daten zeigen zudem, dass 30% der Ärzte und 17 % der MPAs mindestens eines der untersuchten kritischen Ereignisse täglich oder wöchentlich erleben. Die Beurteilung des Sicherheitsklimas in den Praxen unterscheidet sich für verschiedene Aspekte signifikant zwischen Ärzten und MPAs. Auf Basis dieser Daten können Prioritäten für Massnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit entwickelt werden.

11.40 - 12.45
Schnittstellen, Prozesse
11.40 - 12.10

Psychiatrisch-psychotherapeutische Integration in ein MC-Netzwerk

  • Dr. med. Joachim LeupoldPizolCare

Die ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung der MC-Versicherten ist auf Grund der im Steigen begriffenen Inzidenz psychischer Störungen und dem Zuwachs an therapeutischen Möglichkeiten für ein Netzwerk mit Anspruch auf beste Behandlungsqualität und Budgetmitverantwortung von hoher Relevanz. Auch die Stigmatisierung der Psychiatrie, die schwierige Steuerung von psychisch erkrankten Patienten, sowie unterschiedlichster Kenntnisstand zu Diagnostik und Therapie psychischer Störungen bei den Hausärzten sind Herausforderungen.

Nachdem mit den stationären und ambulanten Diensten der SG Psych. Dienste Sektor Süd bereits ein LoI bestand, war es Ziel der PizolCare auch mit den praktizierenden Fachärzte/innen für Psychiatrie und Psychotherapie, welche alle PizolCare-Aktionäre sind, eine vertragliche Zusammenarbeit zu vereinbaren. Der im Jahr 2008 neu gegründete Verein „Psychiatrie & Psychotherapie Pizol“ (P&PP) bildet die strukturelle Basis für diese Zusammenarbeit.

Neben der üblichen QZ-Arbeit bei P&PP stand der Zusammenarbeitsvertrag im Vordergrund der Diskussionen. Es konnte ein Kompromiss erarbeitet werden, der es ermöglicht, dass der QZ von P&PP als offizieller Spezialisten-QZ der PizolCare anerkannt und finanziell unterstützt wird. Der Wissenstransfer ist bereits durch diese Arbeit verbessert worden, da klar wurde, welche Informationen von Relevanz für kompetente Zusammenarbeit nötig sind und dem Datenschutz und dem geschützten therapeutischen Bereich Rechnung getragen werden kann, der für erfolgreiche psychiatrisch-psychotherapeutische Arbeit von höchster Bedeutung ist.

12.15 - 12.45

Organisatorische Änderung rund um die ambulante Nachsorge (***)

  • Séverine Schusselé FilliettazPRISM
  • Dr Nicolas PeronePRISM
  • Dr Philippe SchallerRéseau Delta
  • Dr Nicolas GarinHUG
  • Prof Jean-François BalavoinePRISM
  • Prof Jean-Michel GaspozHUG

Les taux de réhospitalisation précoce des personnes souffrant d’insuffisance cardiaque sont très élevés (42% à 3 mois à Genève). Or, des études montrent qu’il est possible de réduire ces taux de réhospitalisation en renforçant le secteur ambulatoire. Si les données probantes ont permis d’élaborer des recommandations (coordination entre les acteurs, reconnaissance des signes d’alerte par le patient, changements de comportement et amélioration des traitements médicamenteux), leur mise en œuvre peut s’avérer complexe, notamment en raison des nécessaires adaptations des pratiques et de la fragmentation du système de santé.

La théorie du changement organisationnel propose un cadre théorique utile. Pour intégrer de nouvelles pratiques, elle suggère non seulement de tenir compte des données probantes, mais également de préparer et d’accompagner le changement au sein-même du système appelé à se les approprier.

Afin de favoriser l’application des recommandations, mais surtout de réduire le taux de réhospitalisation des personnes souffrant d’insuffisance cardiaque, un itinéraire clinique a été lancé à Genève avec les médecins d’un réseau de soins ambulatoires (Delta), sous l’égide d’une association (PRISM). Reflétant l’acceptabilité de la démarche, diverses étapes d’accompagnement du changement ont pu être franchies à ce jour. Elles ont notamment permis aux médecins d’identifier les besoins et d’élaborer des interventions pour y répondre: outre des formations pour médecins sous la forme de cercles de qualité, une démarche interdisciplinaire (médecin et infirmière) et intersectorielle (secteur ambulatoire & hospitalier) de coordination des soins et d’accompagnement des patients a été initiée

Projektpräsentationen des Bundesverbandes Managed Care Deutschland (BMC)

11.40 - 12.45
Innovative Konzepte im Versorgungsmanagement: Praxisbeispiele aus Deutschland
11.40 - 12.10

Flächendeckende Integrierte Versorgung mit Budgetverantwortung

  • Dr. Klaus SuwelackJohnson & Johnson

Die Initiative „Integrierte Versorgung Schizophrenie“ in Niedersachsen ist das erste Versorgungskonzept, das im niedergelassenen Bereich koordiniert wird und eine flächendeckende Versorgung für das Krankheitsbild „Schizophrenie“ in einem großen Bundesland anstrebt.  

Basierend auf einem innovativen und leitlinienorientierten Behandlungspfad erhalten die Patienten erweiterte ambulante Behandlungsoptionen, die Psychoedukation, Fachpflege, Soziotherapie, Psychotherapie, aufsuchende Behandlung und Angehörigenbetreuung einbeziehen. Anhand von anerkannten Qualitätskriterien und einer unabhängigen wissenschaftlichen Evaluation wird überprüft, dass sich die Versorgung für den Patienten nachhaltig verbessert.

Erstmals soll durch die Übernahme der Gesamtbudgetverantwortung für Regel? und Zusatzversorgung sichergestellt werden, dass neben einer Verbesserung der Behandlungsqualität auch die Effizienz der Versorgung gesteigert wird.

 

> Präsentationen nicht freigegeben

12.15 - 12.45

Ideen für integrierte Versorgungsverträge nach § 140b SGB V

  • Dr. Christian AltschuhMSD Sharp & Dohme Gmbh

Der Mix der Preisregulierungen in Deutschland besteht aus Festbeträgen, Zwangsrabatten, freiwilligen Rabatten und vereinbarten Erstattungspreisen für neue Produkte mit sich immer schneller nach unten drehender Preisspirale. Wie in der Automobilzulieferindustrie der 1990er Jahre findet der Wettbewerb um Marktpositionen hauptsächlich über den Preis statt – mit dem Unterschied, dass bei der pharmazeutischen Industrie (PI) gesetzliche Regulierungen die Ursache dafür sind. Davon ist auch die forschende PI betroffen. Diesem zunehmend ruinösen Preiswettbewerb bei vergleichbar guten Produkten kann die PI – ähnlich wie die Automobilzulieferer – nur einen Angebotsmix aus hochwertigen Produkten (Hardware) plus Versorgungs-Know-how (Software) entgegensetzen, will sie einer beliebigen Austauschbarkeit entgehen.

Mit dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) wurde auch die PI zur Vertragspartnerschaft der integrierten Versorgung legitimiert. Die dort vorhandene Kompetenz in den Indikationen, beim Management und bei der Entwicklung von Produkt-, Prozess- und Systeminnovationen soll genutzt werden um sektorenübergreifend die Patientenversorgung zu optimieren. Dies ist auch die Chance für eine neue Partnerschaft zwischen pharmazeutischen Unternehmen und der Selbstverwaltung aus Ärzten und Krankenkassen – weg von der Konfrontation hin zu einem lösungsorientierten Dialog.

Die Chance ist es wert ergriffen zu werden. Sie sollte nicht durch Zünfte- und Standesdenken zerredet werden. Kern aller Verträge nach § 140b SGB V ist und bleibt die ärztliche Therapiefreiheit, die jedoch nicht mit Therapiebeliebigkeit verwechselt werden darf. Orientierung an Leitlinien und die Messung vor allem patientenorientierter Erfolgsparameter sind Grundvoraussetzung für erfolgreiche Projekte.

12.45 Mittagessen

Programm Nachmittag

14.00

Die Bedeutung der Technologie: eHealth als Voraussetzung zur erfolgreichen Prozessintegration

  • Dipl.-Ing. Dr. Eva Deutsch, Global Smarter Planet Offering Manager Healthcare, IBM Global Business Services, Wien

14.20

Vertikale Integration aus Sicht der Health Professionals und Patienten: Die ideale Lösung für alle? Podiumsdiskussion

  • Eva CignaccoInstitut für Pflegewissenschaft, Universität Basel
  • Pia Fankhauserphysioswiss
  • Dr. med. Urs KellerFMH Allgemeinmedizin, Verwaltungsratspräsident PizolCare AG
  • Heinrich von GrünigenPräsident Schweizerische Adipositas-Stiftung SAPS
  • Moderation: Ellinor von Kauffungenelkman communications

15.10 Pause

15.30 Parallelsessions - 2. Teil

Workshops

15.30 - 16.35
Patientennutzen (Sicherheit und Qualität)
15.30 - 16.00

Kompass-sozialmedizinisches Case-Mgmt.und Sanacare-Hausarztmedizin

  • Markus SteinerSanacare
  • Christian Kistler ThomaProjektleiter Kompass. städt. Gesundheitsdienste

Die integrierte Versorgung von polymorbiden Patienten/Patien­tin­nen stellt eine Stärke von Managed-Care-Einheiten dar. Hausärzte/-ärztinnen wer­den bei der Behandlung von Betroffenen häufig neben den somato-psychischen auch mit sozialen Pro­blemstellungen konfrontiert. Ärztinnen/Ärzte kommen an ihre Grenzen, da sie wenig Kenntnisse in der Vernetzung mit Behörden, sozialen Institutionen und weiteren paramedizinischen Leis­tungserbringern haben. Die Zahl von Personen mit komplexen bio-psycho-sozialen Problemen ist gross.

Tief greifende Veränderungen im System wie die neue Pflegefinanzierung, die DRG, die 6. IV-Revision stehen an. Die Mehrheit der Bevölkerung wird davon nicht oder we­nig betroffen sein. Menschen mit hochkomplexen Belastungen und wenig Ressourcen sowie deren Hausärzte/-ärztinnen werden mehr als heute auf integrative Dienstleistungen wie Case- und Care-Management angewiesen sein.

Die Stadt Zürich führt im Rahmen des Gesundheitsnetzes 2025 das CM-Projekt KOMPASS durch mit dem Ziel, zwischen Gesundheits- und Sozialwesen einen Lotsendienst zu schaffen. Im Rahmen eines Pilots wird geprüft, wie Betroffene, Ange­hö­rige und Leistungserbringer bei hochkomplexen Situationen im Dreieck Somatik-Psyche-So­zia­les entlastet werden können.

Im Workshop diskutieren Dr. med. Markus Steiner, Hausarzt und Regionenleiter Zürich der Sanacare, und Christian Kistler Thoma, Projektleiter Kompass, die Fragen, wie Grund­versorger/-innen entlastet werden könnten und wo Grenzen/Möglichkeiten eines sozialmedizini­schen Case-Managements liegen.

16.05 – 16.35

TeleHomeCare erlaubt eine intensive Betreuung des Patienten zuhause

  • Markus NuferAMTS (Academy for Medical Training and Simulation)
  • Franz BuffonAcademy for Medical Training and Simulation Luzerner Kantonsspital

Die telemedizinische Betreuung des Patienten zuhause steigert die Qualität der Versorgung bei gleichzeitiger Reduktion der Kosten. Mit den implementierten Kommunikationshilfsmitteln Datentransfer sind die einzelnen medizinischen Geräte direkt mit dem Patientendossier verbunden. Der behandelnde Arzt oder die Spezialistin im medizinischen Callcenter kann die aktuellen medizinischen Messwerte einsehen und deren Entwicklung beurteilen. Entscheide können auf einer dokumentierten Datenbasis getroffen werden und in den medizinischen Verlauf kann sehr effizient eingegriffen werden. Die Kontrolle des Verlaufs kann durch Software unterstützt werden und Trends oder das Erreichen eines bestimmten Schwellwertes kann einen Alarm beim verantwortlichen Arzt resp. einem telemedizinischen Callcenter auslösen. Eine direkt Kommunikation mit dem Patienten auf der Basis einer Video-Konferenz ist jederzeit möglich, auch geplante telemedizinische Sprechstunden können vereinbart und abgehalten werden. Mit dieser Lösung sind mehrere Nutzenbereiche direkt addressiert:

  • Qualität der Versorgung und Sicherheit für den Patienten dank einer permanentenVerfügbarkeit von Fachpersonen bei Bedarf
  • Reduktion von häufigen – oft zu späten – Einweisungen ins Spital dank einer laufenden Überwachung der medizinischen Werte und frühzeigen Interventionsmöglichkeiten,
  • Senkung der Gesundheitskosten dank weniger häufigen und weniger langen Spitalaufenthalten – dies ist besonders für Ärztenetze mit Budgetverantwortung wichtig

Projektpräsentationen

15.30 - 16.35
Effizienz
15.30 – 16.00

Einspareffekte von Managed Care Modellen in der Schweiz

  • Prof. Dr. Konstantin BeckCSS Institut für empirische Gesundheitsökonomie
  • Statistikerin Ute KunzeCSS Institut für empirische Gesundheitsökonomie
  • m.sc. Monika BuholzerCSS Institut für empirische Gesundheitsökonomie
  • lic. oec. publ. Maria TrottmannUniversität Zürich

Vor 3 respektive 4 Jahren präsentierte dieselbe Forschergruppe erste Resultate zur Messung der Kostenspareffekte in Schweizer Managed Care Modellen. Der damalige Befund war der Folgende: Die Modelle wiesen im Durchschnitt signifikante aber nicht sehr hohe Einsparungen aus, und diese erwiesen sich als nicht besonders robust und schwankten von einem Jahr zum anderen.

Basierend auf Daten bis zum Jahr 2009 legen dieselben Autor(inn)en eine wesentlich breiter angelegte Studie derselben Einspareffekte vor. Dabei profitieren sie von folgenden Neuerungen: Das zwischenzeitlich starke Wachstum in den MC-Modellen erlaubt es, die Kalkulationen auf deutlich grössere Stichproben abzustellen. Der Vergleich von 4 bis 5 Jahren erlaubt es ebenfalls, verlässlichere Aussagen abzuleiten und Ausreisser-Effekte zu diagnostizieren. Im Gegensatz zur ersten Analyse kommen drei verschiedene Kalkulationsverfahren zur Anwendung, deren Vor- und Nachteile dargestellt werden können. Neu werden nicht nur die Resultate pro Modell berechnet, sondern auch über mehrere Jahre die mittelfristigen Kosteneffekte eines unveränderten Versichertenkollektivs (Panel Daten) untersucht. Ferner wird der Frage nachgegangen, ob Ein- und Austritte in MC-Modellen zu einer zusätzlichen Selektion des Versichertenbestandes führen oder nicht.

Es handelt sich dabei um die grösste und genauste Analyse der Kostenspareffekte von MC-Modellen, die in der Schweiz bisher durchgeführt worden ist. Sie zeichnet ein ermutigendes Bild der Kostenspareffekte der MC-Bewegung und relativiert teilweise früher gemachte kritische Aussagen zur Effektivität von MC.

15.30 - 16.00

Die Entwicklung der Pflege im Dienste der Patienten und der Organisation (***)

  • Sophie LeyHôpital du Valais - RSV

L’Hôpital du Valais dans sa forme actuelle a été créé en 2004. Il offre des prestations médicales somatiques et psychiatriques, étendues sur plusieurs sites et dans les 2 parties linguistiques du canton. Il y a environ 2 ans, la direction des soins a créé le poste de « Responsable du développement des soins et de la formation » dont la mission principale est : la responsabilité de la gestion du développement des soins, la construction et  la promotion d’une pratique de soins. Passer d’une phase où les projets étaient liés à chaque site hospitalier, à un fonctionnement à la fois transversal et vertical, en respectant les singularités de chaque site et les spécificités des disciplines de soins, peut paraitre un challenge impossible. Cette présentation permettra de rendre compte, après plus d’une année de fonctionnement du développement du travail en réseau, du partage des pratiques professionnelles et des territoires, en gardant comme fil conducteur : Travailler ensemble dans le développement des soins et des compétences au service de l’humain!

 

> Präsentationen nicht freigegeben

16.05 – 16.35

ProPerspective Erfolgreiches Case-Management für psychisch Kranke

  • Lars Pannicke, Alexander KrassMedi24

  • Depression – Eine medizinische und ökonomische Herausforderung

Mit weltweit etwa 121 Millionen Betroffenen ist die Depression eine der größten medizinischen und ökonomischen Herausforderungen.

Daher hat AnyCare bereits 2006 das Versorgungsmanagement-Programm ProPerspektive entwickelt und im deutschen Gesundheitsmarkt mit insg. über 5.000 Betroffenen erfolgreich umgesetzt. In der Schweiz wird das Betreuungsprogramm ab sofort in Kooperation mit MEDI24 angeboten.

  • Case Management als Chance

ProPerspektive unterstützt Menschen, die Überlastungssymptome wie Stress oder Burn-out aufweisen und/oder an einer depressiven Erkrankung leiden und dient der Ergänzung von ärztlichen Maßnahmen. Teilnehmer des Programms erhalten eine kontinuierliche telefonische Betreuung durch psychologisch qualifizierte Fachkräfte. Je nach Unterstützungsbedarf wird die Intensität der Betreuung regelmäßig angepasst und ergänzt, so dass eine optimale Versorgung der Versicherten hergestellt wird.

Unterstützung wird auch bei der Reintegration am Arbeitsplatz, bei der Suche nach Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen oder ambulanten Einrichtungen geboten. Eine Service-Hotline steht allen Interessierten, Teilnehmern und ihre Angehörigen zur Verfügung.

  • Ermutigende Ergebnisse

Evaluationen in Deutschland zeigten, dass durch das Versorgungsmanagement pro Teilnehmer Kosten in Höhe von 2 127 Euro eingespart werden konnten. Das entspricht einer geplanten Kostensenkung von 20 Prozent. Gleichzeitig wurde das psychische Wohlbefinden anhand des standardisierten WHO 5-Fragebogens ermittelt. Hier wurde festgestellt, dass ProPerspektive wesentlich zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens bei den Teilnehmern beitrug.

15.30 - 16.35
Patientennutzen (Sicherheit und Qualität)
15.30 – 16.00

Die Praxissoftware mit Cloud Computing ergänzen!

  • Olivier Willivisionary AG
  • Sandra EpperIBM Schweiz AG

eHealth mit docbox/Swiss Medical Suite steht für die Vernetzung von niedergelassenen Ärzten nach aussen unter Verwendung der bestehenden Praxissoftware, die um eine docbox „cloud" Komponente erweitert wird. Der Benutzer kann in seiner gewohnten Praxissoftware arbeiten, dort vorhandene Daten und Logik werden in die Prozesse eingebunden. In der docbox Komponente werden auch Portale von andern Anbietern eingebunden und mit der Praxissoftware vernetzt.

Das Referat zeigt auf, wie Prozesse entlang der Behandlungskette elektronisiert werden können. Sicherheit, Effizienz, Akzeptanz, Nutzen und Schutz der schon getätigten Investitionen stehen im Vordergrund. Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit Partnern, um die Praxis des niedergelassenen Arztes direkt mit Zielsystemen (z.B. anderen Praxissoftware Systemen oder Zielsystemen im Spital) verbinden zu können. Das Know-How und die Technologie dieser Partner ermöglicht erst die erfolgreiche Projektdurchführung. Dabei kommt der Zusammenarbeit von docbox visionary AG mit der H-Net AG im Rahmen des Joint-Ventures Swiss Medical Suite AG und der Zusammenarbeit mit Praxissoftware Firmen herausragende Bedeutung zu. docbox profitiert im Bereich IHE von der Zusammenarbeit mit IBM (Schweiz) AG: Neben den zentralen Komponenten von IBM wird docbox einen IHE-fähigen DICOM Web-viewer, auch von IBM, einsetzen.

An den praktischen Beispielen IHE consumer für die Arztpraxis, eRezept und Patiententerminbuchungen beim Arzt wird gezeigt, dass eHealth dann erfolgreich ist, wenn Bestehendes verwendet und weiterentwickelt wird, Partnerschaften eingegangen werden und Standards, wie IHE und CDA-CH befolgt werden.

15.30 – 16.00

IBM Erfahrungen bei der Umsetzung der elektronischen Krankenakte

  • Dr. Eva DeutschIBM Österreich
  • Sandra EpperIBM Schweiz AG

IBM zeigt anhand Projekterfahrungen mit mehreren hundert Gesundheitsdienstleistern, wie elektronische Gesundheitsakten den Nutzen für Ärzte, Patienten und Träger im Gesundheitswesen maximieren können.  Die IBM eHealth Produktpallete beinhaltet neben dem IBM Initiate Patientenindex, IHE Registry/Repository und einer umfassenden Security- und Content Management Anwendung, weitere Komponenten, welche den Nutzen eines EHR deutlich erhöhen. Die Lösungen gehen weit über statische Dokumentenablage mittels IHE XDS hinaus und beinhalten u.a. Prozessintegration, klinischer Entscheidungsunterstützung, Qualitätsmanagement und Datenanalyse.  Sowohl die Integration der Leistungserbringer als auch der Patienten wird für die akut Behandlung und auch Prävention unterstützt.

Zusätzlich werden innovative Forschungsthemen bei IBM zur Untersützung von „Smarter Healthcare“ vorgestellt, u.a. im Bereich „advanced“ Analytics für Outcome Evaluierungen, zur Unterstützung im Behandlungsprozess und zur Evidenz Generierung, Wissensmanagement im Gesundheitswesen und Möglichkeiten zur intensiveren Patienteneinbindung.

Im Vortrag werden auch innovative Implementierungs- und Betriebsvarianten wie „Software-as-a-Service“ und Cloud dargestellt.

16.05 - 16.35

Risikogruppenmanagement - Gesundheitscoaching für Diabetes-Patienten

  • Dr. Longin KornerSanitas Krankenversicherung
  • Dr. med. Michael MufflerSanitas Krankenversicherung

Sanitas konnte mit einem einjährigen Pilotprojekt zeigen, dass ein selbst entwickeltes Disease-Management-Konzept in Form eines Gesundheitscoachings für Diabetiker erfolgreich funktioniert. Die Teilnehmerzahl war für Schweizer Verhältnisse sehr hoch. Über 300 Versicherte wurden in  einem Zeitraum von durchschnittlich 9 Monaten durch erfahrene Gesundheitscoachs telefonisch betreut. Die wichtigsten Ziele des Projektes umfassten: Steigerung der Gesundheitskompetenz; gesundheitsbewusstes Verhalten; Complianceförderung; Verbesserung der klinischen Parameter sowie Dämpfung der Leistungskostenentwicklung – sämtliche Ziele wurden erreicht.

Medizinisch und wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Chefarzt der Diabetologie des USZ, Prof. Dr. med. G. Spinas. Das gewählte Vorgehen ergänzt die bestehende Arzt-Patienten Beziehung über den klinisch-therapeutischen Rahmen hinaus. Die Gesundheitscoachs bauen mittels regelmässigen telefonischen Kontakten zu den Patienten eine Vertrauensbeziehung auf, stellen Informationen zur Verfügung und helfen ihnen, sich realistische und gesundheitsrelevante Ziele zu setzen und diese zu erreichen. 

Resultate: Die Teilnehmer erreichten im Durchschnitt eine Senkung des HbA1c um 0.55% und des BMI um 1.07Kg/m2, wussten mehr über ihre Krankheit und konnten die meisten ihrer Ziele erreichen. Überrascht hat zudem, dass bereits kurzfristig ein Trend zu einem positiven Effekt im Kostenverlauf beobachtet werden konnte. Die Wirkung bei den Programmteilnehmern, aber auch die positiven Kontakte zu den betreuenden Ärzten veranlassen Sanitas, das Programm weiterzuführen. Ein Folgeprojekt mit weiteren 255 Teilnehmern wurde zwischenzeitlich bereits durchgeführt.

16.05 - 16.35

Ist die medizinische Triage am Telefon sicher?

  • Dr. med. Andreas Meerin4medicine AG
  • Prof. Dr. med. Heinz ZimmermannNotfallzentrum Inselspital Bern

  • Ausgangslage und Fragestellung:

 Anlässlich des telefonischen Erstkontaktes der Patienten mit den Institutionen des Gesundheitsversorgungssystems findet oft eine medizinische Triage statt. Uns interessierte die Frage, wie sicher die Triage am Telefon ist, wenn nicht-ärztliche Gesundheitsfachpersonen, unterstützt durch geeignete Computertechnologie, diese anspruchsvolle Aufgabe wahrnehmen.

  • Vorgehen:

Bei 208 Patienten, welche sich selber auf eine universitäre Notfallstation zugewiesen haben, wurde von drei verschiedenen Instanzen (Medizinischer Call Center, Spitalärzte, Hausärzte) die Behandlungsdringlichkeit eingeschätzt. Die Mitarbeitenden des Medizinischen Call Centers wurden in ihrer Entscheidung durch ein computerbasiertes Expertensystem unterstützt. Die Empfehlungen der verschiedenen Instanzen wurden miteinander verglichen. Schätzten die Mitarbeitenden des Medizinischen Call Centers die Beschwerden weniger dringlich als die Haus- und Spitalärzte ein, beurteilte ein Expertenpanel die entsprechenden Fälle hinsichtlich des Risikos einer Gesundheitsschädigung oder einer Lebensbedrohung.  

  • Resultate und Folgerung:

Die Übereinstimmung der drei Instanzen war gering. Lediglich bei einem Fall wurde seitens des Expertenpanels ein gesundheitsschädigendes oder lebensbedrohliches Risiko als möglich erachtet. In integrierten Versorgungssystemen erfolgt die Patientenbetreuung vermehrt telemedizinische durch nichtärztliche Gesundheitsfachpersonen. Unsere Untersuchung zeigt, dass die medizinische Telefontriage mit einem vertretbaren Risiko erbracht werden kann, wenn die Fachpersonen gezielt in der Triage am Telefon geschult und durch geeignete Computertechnologien unterstützt werden.

15.30 - 16.00
Schnittstellen, Prozesse
15.30 - 16.00

Das flächendeckende virtuelle Ärztenetzwerk MedCasaNet

  • Johannes SchlegelRVK
  • Michael ZieglerH-Net AG
  • Sandra EpperIBM Schweiz AG

Das flächendeckende virtuelle Ärztenetzwerk MedCasaNet begleitet Hausärzte Schritt für Schritt bei der Wahrnehmung der Kontrolle und Steuerung der Behandlung von Hausarzt-Versicherten im Sinne der integrierten Versorgung.

MedCasaNet ist die innovative Internet-Plattform, über welche Hausärzte in einem geschützten und sicheren Bereich orts- und zeitunabhängig auf verschiedene nutzen- und steuerungsorientierte Dienstleistungen zugreifen können. In diesem geschützten Bereich sind Patienten- und Leistungsdaten ersichtlich und es stehen zusätzliche Dienstleistungen aus den Bereichen Managed Care und Marketing zur Verfügung. Der Zugang erfolgt einfach via der HealthProfessionalCard der FMH.

Technisch handelt es sich um eine moderne IBM WebSphere-Portallösung, welche die verschiedenen Backendsysteme direkt und sicher über's Internet mit dem Kunden (dem Arzt) verbindet.

Projektpräsentationen des Bundesverbandes Managed Care Deutschland (BMC)

15.30 -16.35
Innovative Konzepte im Versorgungsmanagement: Praxisbeispiele aus Deutschland
15.30 -16.00

TK-PraxisNetz Mecklenburg-Vorpommern «Der zufriedene Patient»

  • Dr. Volker MöwsKrankenkasse TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Das PraxisNetz "Der zufriedene Patient" der Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern bricht existierende Grenzen zwischen den einzelnen Versorgungssektoren auf, um den Patienten einen reibungslosen und zielgerichteten Therapieverlauf zu ermöglichen. Wahrnehmbare Serviceverbesserungen, wie zeitnahe Vergaben von Arztterminen und kurze Wartezeiten beim Arzt, sowie eine höhere Effizienz des Verordnungsgeschehens sind Dreh- und Angelpunkt des Konzeptes. Um eine hohe Behandlungsqualität zu sichern, nehmen die ärztlichen Kooperationspartner an Qualifikationsmaßnahmen teil, die über das übliche Maß hinaus gehen. Eine Orientierung anhand der aktuellen Nationalen Versorgungsleitlinien sichert eine Therapie, die dem neuesten wissenschaftlichen Standard entspricht. Innerhalb des Netzes arbeiten haus- und fachärztliche Leistungserbringer, weitere Leistungsanbieter, wie bspw. Rehabilitationszentren und Apotheken, sowie andere Kooperationspartner bestehender TK-Integrationsverträge zusammen. Ein quartalsweises Verordnungsmonitoring bietet einen transparenten und zeitnahen Einblick in die Wirtschaftlichkeit der Versorgung. Die Auswertung erfolgt praxisbezogen und stellt die veranlassten Leistungen über alle Bereiche übersichtlich dar. Die Höhe der verordneten Ausgaben wird für den Arzt dadurch erstmals transparent dargestellt. Damit ist er in der Lage vorhandene Wirtschaftlichkeitsreserven leicht zu identifizieren und vertragliche Vereinbarungen effizienter im Praxisalltag umzusetzen. Durch nachgewiesene Einsparungen im Verordnungsgeschehen soll eine Refinanzierung des Mehraufwandes des Projektes angestrebt werden. Die flexiblen Strukturen des Netzes ermöglichen jederzeit sowohl regionale als auch funktionale Erweiterungen und Änderungen.

16.05 16.35

Gesundheitsbegleitung - Wirksamer Ansatz zur Versorgungssteuerung?

  • Daniela AmannDie Schwenninger Krankenkasse

Krankheitsvermeidung und Kostendämpfung werden aufgrund einer zunehmenden Morbidität infolge der demographischen Entwicklung immer wichtiger. Die Zukunft liegt in der bewussten Begleitung des Patienten und der Fokus muss weg von der alleinigen Krankheitsversorgung hin zur Krankheitsvermeidung gerichtet werden. Diesen Weg geht die Schwenninger Krankenkasse seit dem Jahr 2009. Zeitgleich mit der Einführung des Morbi-RSA fiel der Startschuss für die Entwicklung des Programms „GesünderLebenPlus“. „GesünderLebenPlus“ zielt darauf ab, den Versicherten ein umfassendes Versorgungsmanagement im Rahmen einer Gesundheitsberatung- und begleitung zu bieten. Dabei liegt der Schwerpunkt der Versicherten, die einbezogen werden, nicht nur auf denjenigen für die im Morbi-RSA Zuweisungen vorgesehen sind, sondern es geht generell darum, alle Krankheitsgruppen zu erfassen, die hohe Kosten verursachen können und bei denen eine Versorgungssteuerung zu höherer Lebensqualität und Kosteneinsparungen führt. Die Beratung und Begleitung der Versicherten erfolgt stufig im ersten Jahr durch einen externen Gesundheitsdienstleister, der über eine hohe medizinische Expertise verfügt und in den Folgejahren durch speziell qualifizierte Mitarbeiter der Schwenninger Krankenkasse, die dafür zuständig sind, im Sinne einer Lotsenfunktion  im Gesundheitswesen als Mittler und Koordinator die begonnene Lebensstilveränderung der Versicherten zu verstärken, also z.B. die Motivation zu fördern oder Gesundheitsmaßnahmen anzuregen. Schon nach dem ersten Jahr der Betreuung ist deutlich erkennbar, dass sowohl die Versicherten als auch die Schwenninger Krankenkasse von dieser Vorgehensweise umfassend profitieren. 

16.45

Verleihung Managed Care Förderpreis 2011

17.00

Apéro und Ausklang

18.15

Networking Dinner im Restaurant Alte Giesserei mit Gabriel Vetter (Poetry Slam)